Wichtige Informationen zu unseren Seminaren in den Corona-Zeiten, Stand 8.3.2021      Wichtige Informationen zu unseren Seminaren in den Corona-Zeiten, Stand 8.3.2021

RUNDBRIEFE 2021

Rundbrief März 2021

Nadelstiche

Nadelstiche

Fast könnten wir von einer Diktatur der Impfbilder sprechen, die uns geradezu stündlich weltweit entgegenflimmern. In manchem älteren Mitbürger mögen tief schlummernde Erlebnisse wach geworden sein; hat doch die kindliche Berührungsangst vor der „Impfspritze“ noch heute sichtbare Narben, vor allem an den Armen, hinterlassen. Doch bei diesen Nadelstichen ist es im Leben nicht geblieben. Es werden uns, wohl alle Zeiten überdauernd, auch heute schmerzliche Stiche zugefügt, die unser Lebensgefühl kränken und unser Handeln entmutigen. So erleben wir ironisch-zynische Bemerkungen über unser Personsein als verletzende Nadelstiche, die uns bis in unsere Wesenstiefe hinein verwunden  können. Es sei offen gelassen, aus welchem Motiv heraus ein Mitmensch derartig Verächtliches ausspricht; nicht selten allerdings sind Neid, Mindergefühle oder Ängste die Triebimpulse, die den Verletzungsabsichten einen geradezu diabolisch-kreativen Spielraum anbieten. Der Philosoph Gabriel Marcel nennt eines seiner Bücher „Die Erniedrigung des Menschen“. In diesem Kontext spricht er gar die „Techniken der Entwürdigung“ an, denen sich unser Dasein ausgeliefert sieht. Die gezielten verbalen Verletzungen des Mitmenschen, die ihn in seiner persönlichen Würde kränken, vergleicht er mit der Verabreichung von Gift, das seine Wirkung nicht verfehlt.

Sprachliche Nadelstiche werden nicht selten subtil angebracht. Ihre Tarngewänder glitzern vor anerzogener Höflichkeit und listigen Schmeicheleien. Doch wo die Heuchelei den Blick für das wahrhaft reale Lebensgeschehen trübt oder verdrängt, gerät alles Ehrenhafte ins Wanken. Mahnt uns nicht manche Weisheit des Alten Testaments, mit unseren Dialogen besonnen umzugehen? So heißt es etwa bei Jesus Sirach: „Gar manche führen Reden gleich Schwertstichen; doch Heilung bringt des Weisen Zunge.“ Letztlich ist ja auch Psychotherapie ein helfendes Bemühen um seelische Gesundheit, geleitet und getragen vom Wort, vom Gespräch.

Die Selbstvernichtung durch die Drogennadel schließlich ist wohl die schlimmste Bedrohung für das eigene Leben. Das eingespritzte Rauschbegehren bereitet stets den Pfad zur „süßen Selbstzerstörung“ vor. Weil „Rache süß ist“, wird für den Süchtigen der Körper zu einem ambivalenten Dealpartner: Er genießt ihn lustvoll und bestraft ihn sadistisch. Die vermeintlich heilbringenden Nadelstiche mit ihrer tödlichen Dosis sind der tragische Garant für ein oft frühzeitiges Lebensende in jungen Jahren.

Doch kein Paradoxon ist dauerhaft statisch. Das scheinbar Widersinnige in ihm löst sich auf, sobald es durch die Realität überprüft wird. Die pandemische Gegenwart krönt die Nadelstiche zu einem bis jetzt einzigartigen Therapeutikum, dem höchste Verehrung dargebracht wird. Die Impfzentren werden zu neuen Kultstätten, in denen mit den Impfstoffen auch Hoffnung geschenkt wird. Wer hätte je vor Jahresfrist von „Impfprivilegierung“ und „Impfpriorisierung“ und „verimpfen“ gesprochen? Das ritualisierte Heilen gebiert auch eine neue Semantik. 

Die oftmals gefürchteten Nadelstiche spenden nun ein willkommenes Serum. Sie werden zu Heilsbringern und Helfern gegen die Angst – die Todesangst! 

Könnte sich dennoch die Corona-Krise nicht auch als ein tiefer Nadelstich in das epochale Bewusstsein erweisen? 

Auftrittswirksamkeit

Coaching statt Seminar? In Folge der Corona-Pandemie durften wir drei Monate keinerlei offenes Seminar anbieten. Bitter. Trotz aller Hygienekonzepte und Vorsichtsmaßnahmen, letztlich sind wir auch Teil der Veranstaltungsbranche. Da sich der Bildungsbedarf nicht verflüchtigt hat und da manche Themen physisch besser zu besprechen sind als remote, haben wir mit einigen Seminarteilnehmern 1:1-Coachings durchgeführt. Stichwort Auftrittswirksamkeit.

Details finden Sie auf unserer überarbeiteten Homepage oder hier.

Für 50 Euro nach Augsburg

Der Charme unserer neuen Seminarräume in Augsburg besteht auch in ihrer leichten Erreichbarkeit. Mit der Deutschen Bahn haben wir nun einen Rahmenvertrag abgeschlossen über Veranstaltungstickets. Für 49,50 Euro erhalten Sie ein subventioniertes Bahnticket für die 2. Klasse, mit dem Sie von jedem Ort Deutschlands aus nach Augsburg kommen. Das lohnt sich teilweise beträchtlich, es ist umweltfreundlich und komfortabel. #DankeBahn!

Den Link finden Sie auf unserer Homepage oder hier.

SPARRKS – das andere Coaching

Es muss nicht immer gleich ein langes Coaching sein, um neue Impulse und bessere Handlungsalternativen aufzunehmen. Häufig reicht der kurze Austausch mit einem Sparringspartner. Diesen Ansatz haben zwei Ex-Manager von Bain & Co. konsequent weitergedacht und „SPARRKS“ ins Leben gerufen: Zwei Coachingsessions innerhalb weniger Wochen, verfügbar innerhalb von 48 Stunden nach Anfrage, völlig digital, Beratung durch sehr qualifizierte Coaches. Ein sinnvolles Tool in der HR-Arbeit, um situativ Unterstützung zu bieten und diese praktisch direkt umzusetzen. Wir freuen uns, dass Alexander Kirchner das Pilotprojekt von Anfang an unterstützen durfte.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Herz, Hand oder Hirn

Die Unternehmensberatung BCG hat in einer Studie unter 4.000 Befragten einmal mehr belegt, was uns die Alltagsbeobachtung lehrt: Unternehmen legen bei ihren Führungskräften größten Wert auf Kopf (69%), Tatkraft (44%) und Herz (25%). Die Angestellten wiederum haben andere Prioritäten und wünschen sich bei ihren Chefs eine Führung vor allem mit Herz (37%), Hand (20%) und Intellekt (14%). Da ist es wenig verwunderlich, dass nur 13% in den nächsten 5 bis 10 Jahren eine Führungsposition anstreben. Alarmierend! Die gute Nachricht: 88% der Befragten glauben, dass man Führung lernen kann. Zum Beispiel bei uns ?

Die komplette Studie finden Sie hier.

Zitat aus unseren Seminarinhalten:      

„Zur Person ist jenes Ich herangereift, das um seinen Sinn und sein Lebensziel weiß.“

Rundbrief Januar 2021

Wider den Gehorsam

„Wider den Gehorsam“ - zu einem aktuellen Dilemma der Gegenwart

Die gegenwärtigen Welt- und Zeitgeschehnisse werfen das Phänomen „Gehorsam“ mit gewaltigem Schwung in das Bewusstsein der Völkergemeinschaft. Kaum sind die Hilferufe des in die Ambivalenz von Gehorsam und Ungehorsam geratenen Zauberlehrlings verhallt, da twittern die paranoiden Lügenbotschaften und Gehorsamsappelle eines egoman-solipsistischen Politikers durch den Äther. „Wer lügt, betrügt und ungehorsam ist, kommt an den Galgen“, so lautete einmal eine neurotisierende erzieherische Parole. Der Galgen heute: das sind die Medienplattformen jeglicher Herkunft und Profilierungssucht. Gehorsam hat noch immer keinen guten Klang im Lebensgefühl der meisten Menschen. Warum ist das so? Eine Antwort gibt der Schweizer Psychoanalytiker Arno Gruen in seinem Buch „Wider den Gehorsam“. Er greift darin das seelische Spannungsfeld auf, dem wir uns im Hinblick auf Gehorsam und Loyalität einerseits und Bescheidenheit und Verzicht andererseits ausgesetzt sehen. Er schreibt: „Gehorsam ist die Unterwerfung unter den Willen eines anderen. Dieser Andere übt Macht über den Unterworfenen aus. Bereits in frühester Kindheit beginnt diese Unterwerfung, lange bevor Sprache und Denken sich ordnen, so dass der Gehorsame später seine Unterwerfung während der Kindheit nicht wahrnimmt und sie erduldet, ohne sich dessen bewusst zu sein.“      

Permanente durch rigiden Gehorsam erzwungene Pflichterfüllung lässt das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen verkümmern. Mit dem Gehorsam bleiben auch unsere eigenen Gefühle und Wahrnehmungen auf der Strecke, weil das Diktat des Anderen gilt. „Kinder, deren Willen auf diese Weise gebrochen wurde, entwickeln einen verhängnisvollen Gehorsam gegenüber Autoritäten.“ (Arno Gruen) So entsteht schließlich ein „Kadavergehorsam“ – ursprünglich jesuitisch abgeleitet, wie eine Leiche, die alles mit sich geschehen lässt.

Leben aber ist Ausdruck von Zuwendung, Geborgenheit und empathischer Wahrnehmung. Diese legen das Fundament für die Identität der Heranwachsenden. Fehlende Autonomie hingegen nachzuerlernen, ist ein äußerst langwieriges seelisches Ringen mit sich selbst und den Mitmenschen. Der Missbrauch des Gehorsams entwürdigt den Anderen. Er erstarrt zu blindem Erdulden. Seine Symptome lassen ihn als minderwertig, unmündig und als konfliktunfähig erscheinen.   

Doch dem strafenden Blick des Gehorsams steht auch ein milder und wohlwollender Wesenszug gegenüber. Wir können ihn als die ethische Dimension des Gehorsams bezeichnen. Wir nennen ihn einen sozialen Gehorsam, der von tiefem Interesse an wirklichem  Menschsein getragen ist. Es ist das Zurücknehmen eigener Bedürfnisse aus Einsicht. Er setzt allerdings einen souveränen Umgang mit den eigenen Gefühlen und eine sittliche Mündigkeit voraus. In der gegenwärtigen pandemischen Zeit erweist es sich besonders, wie sehr Einsicht und Verzicht die bisherige Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen geprägt haben. Die verwöhnte und wenig hingebungsvolle Gesellschaft erträgt es nicht, sich der „Tyrannei des Staates in einer Krise“ zu unterwerfen. Wer Verzichten als Bestrafung erlebt, beginnt zu protestieren und in die Aggression zu stürmen. Im Aufbäumen gegen diesen Gehorsam blitzt ein Hass auf, der im Gegröle der Fanatiker widerhallt. Der soziale Gehorsam aber ist gelebtes Mitgefühl mit jenen, die sich nur schwer aus dem Schatten einer drückenden Lebensenge herausretten können. Es ist ein Dienst am Mitmenschlichen. Als Abraham nach innerem Ringen seelisch bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern, wurde seine Selbstüberwindung belohnt und ihm das Leben seines Sohnes erneut geschenkt.

Wider den Gehorsam zu sein, ist nur dort lebenswichtig, wo unsere Persönlichkeit in eine seelische Krise zu geraten droht. Wo aber Einsicht und Bescheidenheit zu Lebensmaximen geworden sind, bedeutet Gehorsam das Tor zu menschlicher Würde und Toleranz.

Wir ziehen um

Etwas länger, als das Corona-Virus die Welt in Atem hält, tragen wir uns mit dem Gedanken, unser Seminarangebot nach Augsburg zu verlagern. Die Pandemie und Gespräche mit Kunden und Kollegen haben uns bestärkt, diesen Schritt nun zügig zu vollziehen. Veränderte Gewohnheiten der Teilnehmer, leichtere und umweltfreundliche Erreichbarkeit mit Bahn und Bus, mehr Flexibilität bei den Seminarräumen und Personalnot auf dem Lande sind nur einige Gründe, die uns bei der Standortwahl beschäftigt haben. Unsere neuen Seminarräume samt Innenhof und Terrasse befinden sich ab April im Fuggerhaus in der Augsburger Innenstadt.

Ein bisschen Wehmut darf sein, schließlich hat uns „unser Seminarhaus“ bald 40 Jahre sehr gut gedient und viele Tausend Teilnehmer beherbergt. Und doch wollen wir mit der Zeit gehen, statt von ihr eingeholt zu werden. So freuen wir uns auf die neuen, attraktiven Räume in einem spektakulären Umfeld.

Die Corona-Situation verbietet eine Finissage in Ettenbeuren, sobald die Bedingungen es jedoch zulassen, weihen wir gemeinsam mit Ihnen ganz offiziell unsere Seminarräume im Fuggerhaus ein.

Einen Einblick in unsere vielen Überlegungen zum Umzug geben wir hier.

Neues Seminar: Rhetorik Remote

Der Parteitag der CDU hat gezeigt, dass die Fähigkeit zu überzeugen auch im digitalen Raum absolut notwendig ist. Auch nach der Pandemie wird viel Kommunikation im virtuellen Raum verbleiben. Zoom & Co. sind die Gewinner. Der Rhetorik wiederum ist das einerlei. Denn sie beschäftigt sich seit jeher mit wirkungsvoller Kommunikation, gleich auf welchem Kanal.

Wir greifen das Thema auf und bieten ab sofort eine reine Online-Schulung an. Dabei konzentrieren wir uns auf den Auftritt im digitalen Raum, sowohl was den monologischen als auch den dialogischen Part von Kommunikation angeht. Die Teilnehmer halten Übungsreden, die wir wie gewohnt auf Video aufzeichnen und gemeinsam besprechen. Die Veranstaltung ist auf zwei halbe Tage hin konzipiert. Vorab erhalten die Teilnehmer Videos zur Einführung und zum Selbststudium, ein abschließendes Einzelgespräch schließt sich an. Die Gruppengröße ist auf jeweils vier Personen beschränkt.

Mehr Details zu dem neuen Workshop finden Sie hier.

Corona und kein Ende in Sicht

Aus einigen Gesprächen der letzten Wochen entnehmen wir, dass die Corona-Situation die Mitarbeiter zunehmend zermürbt. Es wäre ja zu schön gewesen, das Jahr 2020 als eine abgeschlossene Einheit abzuhaken. Von wegen. Homeoffice zieht sich weit ins neue Jahr und beginnt, richtig zu nerven. Was nach Monaten fehlt, ist die Selbstverständlichkeit im Umgang mit den Anderen. In der Folge bröckelt hier und da der Zusammenhalt im Team, stattdessen nehmen Argwohn und Neid latent zu. Was tun? Suchen Sie nach Chancen fürs Zusammenkommen und das gemeinsame Handeln. Meetings mit Maske, Spaziergänge, gemeinsame Mittagspause bei Zoom, Buddy-Teams etablieren, Team-Pinnwand unter https://co-pics.com anlegen.

Für mehr Zuversicht und Gelassenheit legen wir Ihnen gerne auch nochmals unsere kostenlose App KirchnerCoach ans Herz, die auf allen Apple-Geräten läuft. Dort finden Sie viele Impulse für die gelungene Selbstführung.

Die App finden Sie hier.

Supervision online

Für unseren Kooperationspartner TOPS München/ Berlin e.V. hat Alexander Kirchner zusammen mit Dr. Thomas Vogl eine neue Weiterbildung konzipiert: Online-Beratung. Sie richtet sich an ausgebildete Coaches und Supervisoren, die zunehmend im digitalen Raum arbeiten. Die Zusatzqualifizierung besteht aus 6 Modulen und einer Präsenzveranstaltung und startet Ende April. Sie ist zur Zertifizierung beim renommierten Coachingverband DGSv eingereicht.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Rede des Jahres 2020

„Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“ Mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im März 2020 in einer Fernseh-Ansprache an die Bevölkerung. Die Rede vermittelt eindrucksvoll, wie wirkmächtig die öffentliche Rede sein kann und Gemeinsinn und Zusammenhalt befördert. Das „Seminar für Allgemeine Rhetorik“ der Universität Tübingen hat diese Ansprache nun zur Rede des Jahres 2020 erkoren.

Die Begründung lesen Sie hier.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Ohne inneren Gehorsam übt die Leidenschaft Macht über die Seele aus.“ (Josef Pieper)

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