Wichtige Informationen zu unseren Seminaren in den Corona-Zeiten, Stand 24.1.2021      Wichtige Informationen zu unseren Seminaren in den Corona-Zeiten, Stand 24.1.2021

Rundbrief Januar 2021

Wider den Gehorsam

„Wider den Gehorsam“ - zu einem aktuellen Dilemma der Gegenwart

Die gegenwärtigen Welt- und Zeitgeschehnisse werfen das Phänomen „Gehorsam“ mit gewaltigem Schwung in das Bewusstsein der Völkergemeinschaft. Kaum sind die Hilferufe des in die Ambivalenz von Gehorsam und Ungehorsam geratenen Zauberlehrlings verhallt, da twittern die paranoiden Lügenbotschaften und Gehorsamsappelle eines egoman-solipsistischen Politikers durch den Äther. „Wer lügt, betrügt und ungehorsam ist, kommt an den Galgen“, so lautete einmal eine neurotisierende erzieherische Parole. Der Galgen heute: das sind die Medienplattformen jeglicher Herkunft und Profilierungssucht. Gehorsam hat noch immer keinen guten Klang im Lebensgefühl der meisten Menschen. Warum ist das so? Eine Antwort gibt der Schweizer Psychoanalytiker Arno Gruen in seinem Buch „Wider den Gehorsam“. Er greift darin das seelische Spannungsfeld auf, dem wir uns im Hinblick auf Gehorsam und Loyalität einerseits und Bescheidenheit und Verzicht andererseits ausgesetzt sehen. Er schreibt: „Gehorsam ist die Unterwerfung unter den Willen eines anderen. Dieser Andere übt Macht über den Unterworfenen aus. Bereits in frühester Kindheit beginnt diese Unterwerfung, lange bevor Sprache und Denken sich ordnen, so dass der Gehorsame später seine Unterwerfung während der Kindheit nicht wahrnimmt und sie erduldet, ohne sich dessen bewusst zu sein.“      

Permanente durch rigiden Gehorsam erzwungene Pflichterfüllung lässt das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen verkümmern. Mit dem Gehorsam bleiben auch unsere eigenen Gefühle und Wahrnehmungen auf der Strecke, weil das Diktat des Anderen gilt. „Kinder, deren Willen auf diese Weise gebrochen wurde, entwickeln einen verhängnisvollen Gehorsam gegenüber Autoritäten.“ (Arno Gruen) So entsteht schließlich ein „Kadavergehorsam“ – ursprünglich jesuitisch abgeleitet, wie eine Leiche, die alles mit sich geschehen lässt.

Leben aber ist Ausdruck von Zuwendung, Geborgenheit und empathischer Wahrnehmung. Diese legen das Fundament für die Identität der Heranwachsenden. Fehlende Autonomie hingegen nachzuerlernen, ist ein äußerst langwieriges seelisches Ringen mit sich selbst und den Mitmenschen. Der Missbrauch des Gehorsams entwürdigt den Anderen. Er erstarrt zu blindem Erdulden. Seine Symptome lassen ihn als minderwertig, unmündig und als konfliktunfähig erscheinen.   

Doch dem strafenden Blick des Gehorsams steht auch ein milder und wohlwollender Wesenszug gegenüber. Wir können ihn als die ethische Dimension des Gehorsams bezeichnen. Wir nennen ihn einen sozialen Gehorsam, der von tiefem Interesse an wirklichem  Menschsein getragen ist. Es ist das Zurücknehmen eigener Bedürfnisse aus Einsicht. Er setzt allerdings einen souveränen Umgang mit den eigenen Gefühlen und eine sittliche Mündigkeit voraus. In der gegenwärtigen pandemischen Zeit erweist es sich besonders, wie sehr Einsicht und Verzicht die bisherige Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen geprägt haben. Die verwöhnte und wenig hingebungsvolle Gesellschaft erträgt es nicht, sich der „Tyrannei des Staates in einer Krise“ zu unterwerfen. Wer Verzichten als Bestrafung erlebt, beginnt zu protestieren und in die Aggression zu stürmen. Im Aufbäumen gegen diesen Gehorsam blitzt ein Hass auf, der im Gegröle der Fanatiker widerhallt. Der soziale Gehorsam aber ist gelebtes Mitgefühl mit jenen, die sich nur schwer aus dem Schatten einer drückenden Lebensenge herausretten können. Es ist ein Dienst am Mitmenschlichen. Als Abraham nach innerem Ringen seelisch bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern, wurde seine Selbstüberwindung belohnt und ihm das Leben seines Sohnes erneut geschenkt.

Wider den Gehorsam zu sein, ist nur dort lebenswichtig, wo unsere Persönlichkeit in eine seelische Krise zu geraten droht. Wo aber Einsicht und Bescheidenheit zu Lebensmaximen geworden sind, bedeutet Gehorsam das Tor zu menschlicher Würde und Toleranz.

Wir ziehen um

Etwas länger, als das Corona-Virus die Welt in Atem hält, tragen wir uns mit dem Gedanken, unser Seminarangebot nach Augsburg zu verlagern. Die Pandemie und Gespräche mit Kunden und Kollegen haben uns bestärkt, diesen Schritt nun zügig zu vollziehen. Veränderte Gewohnheiten der Teilnehmer, leichtere und umweltfreundliche Erreichbarkeit mit Bahn und Bus, mehr Flexibilität bei den Seminarräumen und Personalnot auf dem Lande sind nur einige Gründe, die uns bei der Standortwahl beschäftigt haben. Unsere neuen Seminarräume samt Innenhof und Terrasse befinden sich ab April im Fuggerhaus in der Augsburger Innenstadt.

Ein bisschen Wehmut darf sein, schließlich hat uns „unser Seminarhaus“ bald 40 Jahre sehr gut gedient und viele Tausend Teilnehmer beherbergt. Und doch wollen wir mit der Zeit gehen, statt von ihr eingeholt zu werden. So freuen wir uns auf die neuen, attraktiven Räume in einem spektakulären Umfeld.

Die Corona-Situation verbietet eine Finissage in Ettenbeuren, sobald die Bedingungen es jedoch zulassen, weihen wir gemeinsam mit Ihnen ganz offiziell unsere Seminarräume im Fuggerhaus ein.

Einen Einblick in unsere vielen Überlegungen zum Umzug geben wir hier.

Neues Seminar: Rhetorik Remote

Der Parteitag der CDU hat gezeigt, dass die Fähigkeit zu überzeugen auch im digitalen Raum absolut notwendig ist. Auch nach der Pandemie wird viel Kommunikation im virtuellen Raum verbleiben. Zoom & Co. sind die Gewinner. Der Rhetorik wiederum ist das einerlei. Denn sie beschäftigt sich seit jeher mit wirkungsvoller Kommunikation, gleich auf welchem Kanal.

Wir greifen das Thema auf und bieten ab sofort eine reine Online-Schulung an. Dabei konzentrieren wir uns auf den Auftritt im digitalen Raum, sowohl was den monologischen als auch den dialogischen Part von Kommunikation angeht. Die Teilnehmer halten Übungsreden, die wir wie gewohnt auf Video aufzeichnen und gemeinsam besprechen. Die Veranstaltung ist auf zwei halbe Tage hin konzipiert. Vorab erhalten die Teilnehmer Videos zur Einführung und zum Selbststudium, ein abschließendes Einzelgespräch schließt sich an. Die Gruppengröße ist auf jeweils vier Personen beschränkt.

Mehr Details zu dem neuen Workshop finden Sie hier.

Corona und kein Ende in Sicht

Aus einigen Gesprächen der letzten Wochen entnehmen wir, dass die Corona-Situation die Mitarbeiter zunehmend zermürbt. Es wäre ja zu schön gewesen, das Jahr 2020 als eine abgeschlossene Einheit abzuhaken. Von wegen. Homeoffice zieht sich weit ins neue Jahr und beginnt, richtig zu nerven. Was nach Monaten fehlt, ist die Selbstverständlichkeit im Umgang mit den Anderen. In der Folge bröckelt hier und da der Zusammenhalt im Team, stattdessen nehmen Argwohn und Neid latent zu. Was tun? Suchen Sie nach Chancen fürs Zusammenkommen und das gemeinsame Handeln. Meetings mit Maske, Spaziergänge, gemeinsame Mittagspause bei Zoom, Buddy-Teams etablieren, Team-Pinnwand unter https://co-pics.com anlegen.

Für mehr Zuversicht und Gelassenheit legen wir Ihnen gerne auch nochmals unsere kostenlose App KirchnerCoach ans Herz, die auf allen Apple-Geräten läuft. Dort finden Sie viele Impulse für die gelungene Selbstführung.

Die App finden Sie hier.

Supervision online

Für unseren Kooperationspartner TOPS München/ Berlin e.V. hat Alexander Kirchner zusammen mit Dr. Thomas Vogl eine neue Weiterbildung konzipiert: Online-Beratung. Sie richtet sich an ausgebildete Coaches und Supervisoren, die zunehmend im digitalen Raum arbeiten. Die Zusatzqualifizierung besteht aus 6 Modulen und einer Präsenzveranstaltung und startet Ende April. Sie ist zur Zertifizierung beim renommierten Coachingverband DGSv eingereicht.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Rede des Jahres 2020

„Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“ Mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im März 2020 in einer Fernseh-Ansprache an die Bevölkerung. Die Rede vermittelt eindrucksvoll, wie wirkmächtig die öffentliche Rede sein kann und Gemeinsinn und Zusammenhalt befördert. Das „Seminar für Allgemeine Rhetorik“ der Universität Tübingen hat diese Ansprache nun zur Rede des Jahres 2020 erkoren.

Die Begründung lesen Sie hier.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Ohne inneren Gehorsam übt die Leidenschaft Macht über die Seele aus.“ (Josef Pieper)

Archiv-Rundbriefe: 2021  ǀ  2020  ǀ  2019  ǀ  2018  ǀ  2017  ǀ  2016  ǀ  2015  ǀ  2014  ǀ  2013  ǀ  2012  ǀ  2011  ǀ  2010  ǀ  2009

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