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RUNDBRIEFE 2020

Rundbrief Juli 2020

Raumerlebnisse

Raumerlebnisse

Die Todeszelle im Texas State Prison misst kaum drei Quadratmeter. Ein enger Raum, der in seiner Beklemmung den Atem abschnüren kann. Ein Priester sagt, hier rieche man den Tod. In diesem Raum ist keine Bewegung mehr möglich, das einmal Geschaffene wird zerstört. Bedrückend war auch der Hungerbunker in Auschwitz, in den der polnische Ordensmann Maximilian Kolbe freiwillig gegangen ist, um das Leben eines Familienvaters zu retten, an dessen Stelle er sich dem Tod auslieferte.  

Das verordnete Raumerlebnis reduziert uns auf unsere Existenz schlechthin. Bedrohte und misshandelte Frauen fliehen aus der häuslichen Gefahrenzone in eine ungewisse Geborgenheit von Frauenhäusern. Und nicht zuletzt suchen immer wieder Menschen aus fernen kulturellen Lebensräumen die Ufer einer neuen Existenz, ihr Kentern und Scheitern vor Augen. In solchen Erlebnissen begegnen sich Außen- und Innenwelt, besonders in Krisenzeiten und seelischen Katastrophen. Hier vor allem schreit unser Lebensgefühl nach Offensein, nach geöffneten Räumen, um das Pulsieren der Welt zu spüren. Wo jedoch die Innenwelt vergittert ist, erscheinen Räume oftmals mauerdick. In seinem Gedicht „Der Panther“ schreibt Rilke: „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.“ Der depressive Mensch kann sich aus seiner „Seelenfinsternis“ (Kuiper) nicht befreien, weil ihm der Antrieb fehlt, die dunklen schweren Vorhänge seiner Lebensstunden aufzuziehen.

Doch auch der welterfüllte Mensch muss seine Raumbeziehungen genau beobachten, häufiger auch neu begreifen. Der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti sagt: „Ihr habt so wenig Raum in Eurem Geist. Er ist so vollgestopft mit Worten, Erinnerungen, Wissen, Erfahrungen und Problemen. Da ist kaum noch etwas Raum übrig neben dem ewigen Geschwätz der Gedanken.“ Und in einem anderen Vortrag, den er im Jahre 1973 in San Francisco gehalten hat, stellt er Fragen, die auch unser gegenwärtiges Krisenklima in seiner harten Aktualität charakterisieren: „Haben Sie schon einmal bemerkt, wie wenig Raum wir haben – sowohl äußerlich als auch innerlich? Da wir in riesigen Städten leben, in winzigen Wohnungen, in beengten Verhältnissen, werden wir gewalttätiger, da wir physisch Raum brauchen. Haben Sie auch bemerkt, wie wenig Raum wir innerlich, psychisch haben?“

Die reife menschliche Persönlichkeit schafft sich geistige Räume und hält sich gern in ihnen auf. Es ist die Gedankenwelt, die uns illustre Schauplätze schenkt. Phantasien blühen dort, wo wir unsere Lust am Spielerischen nicht verloren haben. Wir bleiben immer homo ludens, der spielende Mensch. Für die Designer der Automobilhersteller z. B. gilt die Maxime: Kreativität braucht Raum! So tritt aus einem kreativen Chaos das zu sehenswerter Gestalt Gewordene hervor und inspiriert zugleich zu neuen Idealen.                

Schließich sei unser innerster Raum angesprochen, der tiefe Grund unseres Lebensgefühls, in dem unser Wesen beheimatet ist. Wir können dieses Bei-uns-Sein auch als unsere Identität beschreiben. Wenn wir in stürmischen Zeiten zur Zufriedenheit gelangen wollen, wird uns unsere persönliche Innenwelt eine sichere Zufluchtsstätte sein.

Mit den geistigen Angeboten unserer Veranstaltungen tragen wir für jeden Einzelnen zur Harmonie in seinem Lebensgefühl bei.

Homeoffice und Pandora

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Corona-Krise in den Unternehmen zu manchem Umdenken führte. Wenn die Not nur groß genug ist, geschehen fundamentale Veränderungen quasi über Nacht. Prominentes Beispiel: Homeoffice. Eine ideologisch aufgeladene Debatte, die über Jahre fast zur Gretchen-Frage über die Modernität einer Firma stilisiert wurde, hat sich in Windeseile aufgelöst. Persönliche Erfahrungen hat jeder ausreichend sammeln können, Für und Wider liegen offen auf dem Tisch. Wie auch immer sich der Einzelne entscheidet: Die Büchse der Pandora ist offen, und ein Zurück gibt es in der Diskussion nicht mehr. Offenkundig wird dabei eines: Das Führen von Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten, wird zu einer eigenen Schlüsselqualifikation.

Workshop - Führen auf Distanz

Das „Führen auf Distanz“ (siehe oben) ist der neue Lackmustest für Führungskräfte. Denn beim Führen von Personen, die in entfernten Weiten arbeiten, erweist sich, wie gut Führung wirklich klappt. Unsere Beobachtungen haben uns dazu geführt, einen reinen Online-Workshop zu diesem Thema zu konzipieren (siehe unten: bei aller Beschränktheit des Digitalen). Die Erfahrungen mit dem Workshop in den vergangenen Wochen haben uns gezeigt: die Verunsicherung bei etlichen Führungskräften ist groß, und die Fragezeichen, warum der bislang bewährte Führungsstil scheitert, noch größer.

Haben Sie Interesse, den Workshop in Ihrer Organisation anzubieten? Schicken Sie uns eine Mail, wir senden Ihnen gerne eine Beschreibung des zweistündigen Workshops zu.

( info@kirchner-seminare.de)

Kleingruppen statt digital

Haben Sie vom Zoomen und GoToMeeten auch genug? Willkommen im Club, mag man da locker sagen, denn die Corona-Pandemie zeigt die Grenzen des Digitalen deutlich auf: Kein Blickkontakt, keine Reaktionen, keine Nähe – wir hatten schon bessere Arbeitsbedingungen. Ähnlich sind unsere Erfahrungen mit Seminaren und Workshops, die über eine reine Methodenkompetenz hinausgehen. Mit der klaren Empfehlung: Lieber in Kleingruppen verkürzt und unter Wahrung aller Abstandsregeln analog und persönlich arbeiten, als große Gruppen stumpf einen Tag in den Bildschirm gucken lassen.

PS: Nach einer adäquaten Umgestaltung unserer Räume bieten wir im Seminarhaus bereits seit sechs Wochen wieder offene Veranstaltungen an. Und die Teilnehmer bestätigen ausnahmslos: „Ich hab mich sicher und wohlgefühlt“. Danke ans Team!

Zitat aus unseren Seminarinhalten

Die Überzeugungskraft wird im Inneren der Persönlichkeit geboren.“

Rundbrief Mai 2020

Verwundbarkeit und Leidensfähigkeit

Verwundbarkeit und Leidensfähigkeit

Das „Land des Lächelns“ ist ein armseliges Gebiet. Dort wird nicht wirklich gelacht, und seine erstarrte Freundlichkeit löst Ängste aus, die das Zwischenmenschliche als eine gefühllose Anwesenheit erleben lassen. „Immer nur lächeln und immer vergnügt“ zu sein, blendet den Blick für die eigene Innenwelt. „Und niemals zeigen sein wahres Gesicht“ - ist wie die aufgeputzte Maskerade des Clowns, der seine wahre Lebensrealität verbirgt. Doch wen das Leben erschüttert, der wird in seinem ganzen Empfindungsvermögen erfasst.

So schreiben die beiden Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter und Erik Erikson der reifen menschlichen Persönlichkeit Merkmale zu, die oftmals den hedonistischen Zeitgeist zu mancherlei Widerspruch reizen. Sie sagen, dass der Mensch gelernt haben möge, seine Zerbrechlichkeit zu akzeptieren, Schmerzen durchzustehen, die Tragfähigkeit für Leiden und für das Trauern entwickelt zu haben, und die Sterbeangst auszuhalten. Und schließlich bildet Arno Gruen das psychoanalytische Triumvirat, indem er den persönlichen Innenraum als Wohnstatt der emotionalen Selbstentfaltung beschreibt. Doch auch er beklagt: „Wer sein Leben nicht lebt, fälscht es unbewusst, weil Schmerz, Leid und Schiffbruch in unserer Kultur mit Schwachsein gleichgesetzt werden…Unsere Gefühle der Unzulänglichkeit, der Hilflosigkeit, des Leidens, der Verzweiflung und der Angst werden als Schwächen eingestuft, sie müssen geradezu verneint werden…“ (Zitiert aus „Dem Leben entfremdet“, Klett-Cotta).

Die Krankheit, nicht verwundbar zu sein und nicht leiden zu können, treibt den neurotischen Profilierungszwang in eine entseelte Lebenslandschaft. In diesem Erstarren seiner Wesenszüge vollzieht sich das Entsetzliche, nämlich allem Empathischen die Atemluft abzuschnüren. Wer aber sein Menschsein nicht emotional begreift, wer den Zugang zu seinem Schmerz verloren hat, ist ein Opfer seines abstrakten Selbstverständnisses geworden. Ihm bleiben nur die bewundernden Lobgesänge über den  technischen Fortschritt. Es ist ein peinlicher Irrtum, zu glauben, dass mit der technischen Evolution auch das Menschliche gereift sei. Der homo technicus spürt leider nicht, dass er in einer reduzierten Selbstwahrnehmung gefangen ist, die seine seelische Entfremdung verstärkt und an den Rand der Identitätslosigkeit drängt. Der kalte, mechanistische Archetyp, den z. B. die Romangestalt von Max Frischs „Homo faber“ verkörpert, hat sich ganz in die Welt des Berechenbaren, des rational Messbaren vergraben. Seine Angst vor eigenen und fremden Gefühlen zwingt ihn dazu, sich am Kognitiven zu orientieren und sich an das Kontrollierende als rettendem Lebensprinzip zu klammern. „Deshalb macht das Seelische gerade auch Menschen Angst, die alles nur rational begreifen und bestimmen wollen.“ (Daniel Hell)

Wo das Emotionale in den seelischen Kinderzimmern abgespalten wurde, füllt in den späteren Jahren oftmals die Macht den unbesetzten Innenraum. Machtorientierte Menschen halten sich für unverwundbar, weil ihnen ihr narzisstisches Kreisen um sich selbst ein Gefühl von einmaliger Größe verleiht. Sie ignorieren das Leidvolle ihres Lebens, weil ihr Empathieverlust es ihnen gebietet und sie deshalb bei sich selbst kein Leid und beim Mitmenschen auch kein Mitleid(en) zulassen können. Auch deshalb dürften machtbesessene Führende nicht den Anspruch erheben, eine reife Persönlichkeit zu sein! Ihre angstvolle Unerreichbarkeit kultiviert ein falsches Selbst, das die Maske des Souveränen aufgesetzt hat, um sich ein authentisches Profil zu verleihen. Einzig Betroffenheit und quälendes Unbehagen als Krisenbegleiter vermögen ein Neubegreifen zu initiieren, aus dem unbeholfene Gefühlsregungen hervorlugen können. Durch sie vollzieht sich der Wandel von der Verachtung alles Leidvollen hin zu würdevoller menschlicher Nähe.

Da wir uns in unseren Veranstaltungen auch dem persönlichen Überzeugungsvermögen widmen, begleiten und stützen wir den Einzelnen oftmals im Prozess seiner Identitätsentwicklung.

#wirstarten

Eine gute Nachricht der vergangenen Tage lautet: Wir dürfen als Bildungsinstitut nun auch in Bayern ab Juni den offenen Seminarbetrieb wieder aufnehmen. Dass wir zum Schutz unserer Teilnehmer, unserer Mitarbeiter und der Seminarleiter alle Schutz- und Hygienemaßnahmen beachten und entsprechend auch die Bestuhlung in den Räumen verändert haben, ist selbstverständlich. Melden Sie sich gerne, wenn Sie Fragen dazu haben.

Zu unserer Homepage

Kostenfrei Stornieren

Glücklicherweise normalisiert sich unser Leben zunehmend. Und doch schürt die Corona-Pandemie Ängste und Besorgnis. Viele Entscheidungen werden momentan unter Unsicherheit getroffen, auch die über eine Seminarteilnahme. Um unseren Kunden entgegenzukommen, haben wir uns entschieden, unsere Stornoregeln bis auf weiteres zu ändern. Wer jetzt ein offenes Seminar bucht, kann bis 5 Tage vor Seminarbeginn kostenfrei umbuchen oder ganz stornieren, danach erheben wir eine Bearbeitungsgebühr von 200 Euro.

12 Stunden-Coaching-Paket

Schon seit geraumer Zeit bieten wir erfolgreich ein Coaching-Paket an, das wir hier gerne nochmals erwähnen möchten, weil es nicht nur in der Corona-Zeit sehr praktikabel ist: Einem persönlichen, halbtägigen Auftaktgespräch (4 Stunden) schließen sich weitere 4 bis 6 Sitzungen im digitalen Raum an, die jeweils etwa 90 Minuten dauern. Die Begleitung findet über ein halbes Jahr hinweg statt. Das Gesamtpaket kostet 3.000 Euro zzgl. MwSt. Typische Anliegen für diese Coachings sind Entscheidungssituationen, Führungsfragen und Karrierebegleitung. Gerne führen wir mit Ihnen ein Erstgespräch, inwiefern wir Sie mit diesem Format unterstützen können.

Übersicht zu unseren Coachings

„Kirchner-Haus“ bei der Firma Vermop

Mit Dirk Salmon, dem Inhaber und Geschäftsführer der Firma Vermop in Gilching, verbindet Baldur Kirchner eine über zwanzigjährige Vertrauensbeziehung. Dieses wertvolle menschliche Miteinander wurde nun durch eine besondere Geste erneut bestätigt. Dirk Salmon, der stets vor Kreativität bebt, hatte sich etwas Überraschendes ausgedacht: Er schlug vor, eines der neuen Firmengebäude mit „Kirchner-Haus“ zu benennen. Damit wollte er die Erfahrungen und Erkenntnisse, die er in den zahlreichen Begegnungen mit Baldur Kirchner in sich aufgenommen hatte, auch für Andere symbolisch sichtbar werden lassen. Am 2. September 2019 schließlich fand in einer kleinen Feierstunde die Namensgebung für das schöne neue Firmengebäude statt. Baldur Kirchner durfte die Tafel enthüllen, auf der nun „Kirchner-Haus“ für alle Vorbeigehenden unübersehbar strahlt.

Metastudie: Führungskompetenzen

Nicht dass wir überrascht wären, aber „Kommunikationsfähigkeit“ bleibt auch in der digitalen Welt die Kernkompetenz von Führungskräften schlechthin. In einer interessanten Metastudie wurden 61 Studien zum Anforderungsprofil von Führungskräften im Zeitalter der Digitalisierung ausgewertet, die Datenbasis ist mit knapp 100.000 Teilnehmern sehr ordentlich. Kommunikationsfähigkeit, Veränderungsfähigkeit und Wertschätzung sind die Top 3-Nennungen. Die Begründung ist einfach: Auch in der digitalen Welt führen Menschen eben Menschen. Dass Digital-/ IT-Kompetenz erst auf Rang 7 auftaucht, überrascht allerdings doch. Schließlich befinden sich zahllose Branchen im digitalen Wandel, und ein übergreifendes technologisches Grundverständnis scheint fundamental wichtig. Die Metastudie ist bereits ein paar Monate alt, wir sind gespannt, wie sich die Corona-Erfahrungen auf die nächste Studie auswirken.

Zur IFIDZ-Metastudie Führungskompetenzen

Rezension #Rhetorik

“Training aktuell”, das Fachmagazin der Trainer- und Coachingbranche, hat in seiner aktuellen Ausgabe unser neues Buch „#Rhetorik“ rezensiert. Dass die Besprechung überaus positiv ausfiel, erfreut uns selbstverständlich sehr.

Buchbesprechung #Rhetorik

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Ein Wandel der Denkweise ist das erste, was vollzogen werden muß, wenn der Zustand der Welt geändert werden soll.“ (Paul Brunton)

Rundbrief Ostern 2020

Unsere App für mehr Zuversicht

Seminare in Zeiten der Corona

Ausgangsbeschränkungen, Abstandsgebote, Kontaktverbote – die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff. Für unsere Arbeit und vor allem unser Verständnis von der persönlichen Begleitung der Teilnehmer ist das sehr bedauerlich, um nicht zu sagen: fürchterlich. Wir haben zunächst unsere Seminare im April ausgesetzt und stehen mit allen Teilnehmern in Kontakt. Inwiefern wir im Mai oder Juni wieder Seminare anbieten können, ist offen. Einzelcoachings und Skype-Gespräche finden weiterhin statt, und wir bieten dies allen Interessenten gerne auch weiterhin an.

Wir danken an dieser Stelle allen unseren vertrauten Gesprächspartnern und Teilnehmern für ihre Geduld, ihre Treue und ihr Verständnis, dass die Buchungssituation etwas unübersichtlich ist. Planungssicherheit sieht gewiss anders aus.

Warum nicht digital?

Die letzten Wochen boten uns hinreichend Gelegenheit, digitale Formate für Seminare intensiv zu studieren und auszuprobieren. Im Ergebnis geht es uns wie vielen von Ihnen im HomeOffice: Viele Arbeiten gehen auf digitalem Wege überraschend gut, vor allem wenn es um überschaubare Methoden und reine Wissensvermittlung geht; für einen tieferen Kontakt allerdings fehlt uns noch irgendetwas, vielleicht auch nur die Gewöhnung daran. Und doch begreifen wir diese Situation als eine Aufforderung, einige unserer Gedanken und Inhalte auf diese digitalen Formate abzustimmen. Klassische Seminarinhalte, gar Persönlichkeitsentwicklung nun einfach online lehren? Acht Stunden am Stück? Machen manche Kollegen, uns ist das zu aktionistisch. Freuen Sie sich also auf die nächsten Monate. Wir geben eine Antwort.

Unsere App für mehr Zuversicht

Was uns in den letzten Wochen leicht gelungen ist, ist es, unsere App KirchnerCoach an die jetzige Situation anzupassen. Wir stellen heute eine vereinfachte Variante in den AppleStore ein, die für jeden herunterzuladen und zu verwenden ist (die App läuft ausschließlich auf Apple-Geräten, leider). In dieser „Corona-Version“ finden Sie zwei Kurse: Einen Basis-Kurs zum Thema Rhetorik. Wer Lust hat, Impulse für das eigene kommunikative Vermögen aufzunehmen, findet hier reichlich Anregungen. Zum zweiten haben wir einen Kurs erstellt zum Thema „Zuversicht und Lebensmut“. Aus verschiedenen Gesprächen wird klar, dass die soziale Isolation Spuren in der Psyche des Einzelnen hinterlässt. Unsere App will einen Beitrag dazu leisten, den Lebensmut zu erhalten. Das Ganze ist natürlich kostenlos. (Sofern Sie die App bereits besitzen, loggen Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse bitte nochmals ein.)

... hier geht es zur App KirchnerCoach

Ostern

Zunächst könnte man glauben, die Coronakrise habe sich bewusst die vorösterliche Zeit ausgesucht, um uns das Phänomen „Leid“ als fundamentalen Bestandteil unseres Lebens vor Augen zu führen. Die Tragik jedoch, die das Virus auslöst, kann uns helfen, die Karwoche und das Osterfest erneut zu begreifen. Und aus dem Leidensnetz, das gerade über den Erdball ausgebreitet ist, erhebt sich nach durchlebter Trauer das Gefühl der Zuversicht in die künftige Lebensbewältigung. Auch das Osterfest, als Ereignis und Zeichen der Überwindung von Lebenskrisen, vermag zu einem persönlichen Neubeginn auffordern. So gesehen, sind Coronakrise und Ostern keine vernichtenden Antipoden, sondern symbiotische Korrelate, die unserem Daseinsverständnis einen neuen Erlebnisraum anbieten.

Video und Vortrag: Führen in Veränderung

Die gegenwärtige Krise mutet uns zahllose Veränderungen zu. Ein Thema, mit dem wir uns aus Sicht der Psyche des Einzelnen schon lange beschäftigen. Einen Vortrag dazu hat Baldur Kirchner vor einigen Jahren gehalten, Sie können ihn leicht bei YouTube anschauen.

Vortrag und Video: Führen in Veränderungsprozessen

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, leben muss man es vorwärts.“ (Sören Kierkegaard)

 

Rundbrief März 2020

Integrität – Das Gewissen des Unternehmens

Integrität – Das Gewissen des Unternehmens

Die Produkte, die ein Unternehmen hervorbringt, geben ihm zwar ein äußeres Gesicht, das oftmals sogar als ein habituell großartig Gelungenes vom Markt gepriesen wird. Weniger sofort erkennbar allerdings tritt uns das menschlich Würdevolle in der sittlichen Hygiene der Arbeitswelt entgegen. Der Religionsphilosoph Romano Guardini (1885 – 1968) empfahl einmal den Großen und Einflussreichen dieser Welt, wer einen Menschen führen wolle, möge ihn erst einmal respektieren. Das Management mehrerer Unternehmen scheint den internationalen ethischen Appellen gefolgt zu sein, wenigstens einige interne Regeln und Richtlinien zu erarbeiten, um Verstöße und Unredlichkeiten im Geschäftsgebaren künftig zu vermeiden. Dieses Einhalten von Gesetz und Recht verbirgt sich hinter dem Begriff „Compliance“. Manchmal jedoch wird der kritische Zeitgenosse durch die verordnete Tugendhaftigkeit an die Persiflage auf das vermeintlich Religiöse erinnert: „Nicht wer am häufigsten über Gott redet, ist auch am nächsten bei Gott“ – und wandelt diesen ironischen Seitenhieb ab in die moralische Dressur –„ mit Compliance haben wir unser unternehmerisches Selbstverhältnis und unsere ethische Verpflichtung wunderbar geregelt“. Wie herrlich beruhigend mag doch diese höhere sittliche Selbstbeweihung in den Führungsetagen gesegnet worden sein! Trotz der Bemühungen um Unbescholtenheit jedoch sind z. B. mehrere Konzerne der Automobil- und Pharmaindustrie in eine bedenkliche Schieflage geraten, die ihre Reputation in die Niederungen einer beschämenden Konfusion gestürzt hat. Das Produktdenken hat das Sittliche vergessen!

Nein, die Compliance-Kultur kann vielleicht einen unreflektierten Handlungsdrang im Wirtschaftsleben zügeln; indes verfehlt sie ihr Ziel, wenn sie sich anschickt, die tiefste sittliche Geborgenheit im Menschen juristisch zu dogmatisieren. Es geht um das Gewissen, das die Ethik auch als „eine Forderung von uns selbst an uns selbst“ bezeichnet. (R. Spaemann) Das Gewissen nimmt uns in die Pflicht, es besetzt unsere Seelenlandschaft! Mit der Führungsethik jedoch, den greifbar gewordenen Gewissensspuren, ist die Basisdimension Führungskompetenz geradezu originär verwoben. Hier treffen Autonomie und Integrität geschwisterlich aufeinander. Und Autonomie meint in diesem Kontext jenen Zustand der inneren Integration, in dem ein Mensch in „voller Übereinstimmung mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen“ lebt. (A. Gruen) Ein solcher Mensch strahlt Souveränität aus, weil er die Sicherheit im Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen erworben hat. Seine innere Ausgeglichenheit begründet seine sympathische Erscheinung, ein vielfach bevorzugter und umworbener Gesprächspartner zu sein.

Die Etymologie von „integritas“ nun beschreibt persönliche Wesenszüge, die als Redlichkeit, Unbescholtenheit, Makellosigkeit, Unbestechlichkeit und Lauterkeit herausragen. Einer integrierten Persönlichkeit geht im Allgemeinen ein guter Ruf voraus; nicht zuletzt wegen ihrer Glaub- und Vertrauenswürdigkeit. Deshalb suchen in einem Unternehmen viele Beschäftigte die Nähe dieses Vorgesetzten. Sein reifes Urteilsvermögen lässt ihn als eine Persönlichkeit erscheinen, die aus kluger Sicht das Tagesgeschehen mit seinen Ambivalenzen von Verlockung und Verzicht, Verweilen und Verändern, Verurteilen und Verzeihen sorgsam begleitet. Ein integrer Vorgesetzter erweist sich zudem auch deshalb als kompetent in seinem Führungshandeln, weil er die tief in ihm verwurzelte Moralität durch Eigenwürde und Fremdwürde aufscheinen lässt. Weil er seinem Gewissen folgt, lebt er in der Treue zu sich selbst. In seiner Wesensmitte ruhend, kann er Besonnenheit als die Tugend des rechten Maßes praktizieren. Denn die Besonnenheit kennt das Gleichgewicht der Seele. So wird Integrität zu einem Kriterium für eine erfüllte Lebensgestaltung. Ohne Integrität ist Führungskompetenz allerdings nicht wirklich denkbar!

Corona und Resilienz

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Corona im Lateinischen “Kranz” und “Krone” heißt und wortgeschichtlich mit “gekrümmt” verwandt ist. Gekrümmt vor Schrecken, erleben wir dieser Tage die Welt. Kunden in Quarantäne, der DAX in den Knien, die Stimmung vieler Manager im Keller. Da kommt uns ein Begriff in den Sinn, der vor wenigen Jahren noch einen überaus großen Hype erlebte: Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit insbesondere bei Krisen und Schocks. Eine der wesentlichen Qualitäten von Resilienz ist die Überzeugung von der eigenen Selbstwirksamkeit. Sprich: Das Vertrauen darauf, dass wir durch gemeinsames Engagement und persönliche Anstrengungen durch unser Handeln etwas bewirken können. So paradox es angesichts des infektiösen Virus klingen mag, nur in der Gemeinschaft sind wir erfolgreich. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen: Bleiben Sie aufrecht, bleiben Sie wirksam, bleiben Sie gesund. Und wenn wir etwas dazu beitragen können, Ihnen manche Sorge zu nehmen, rufen Sie uns gerne an.

Performance-Coaching on Demand

Der Trend in der Weiterbildung geht zu immer kürzeren, zu immer individuelleren und zu immer kurzfristigeren Einheiten. 

Um diesem Trend gerecht zu werden, bieten wir zusätzlich zu unseren offenen Seminaren im Seminarhaus Ettenbeuren eine Form der Zusammenarbeit an, die wir mit „Performance-Coaching on Demand“ betiteln. Das bedeutet im Klartext: Wir sind mehrere Tage am Stück vor Ort beim Kunden und zwar in regelmäßigen Abständen, also z.B. drei Tage pro Monat über ein halbes Jahr hinweg. In diesen Tagen haben alle Mitarbeiter bzw. ein vordefinierter Kreis Zugriff auf den Coach.

Die Inhalte für dieses Performance-Coaching on Demand reichen über das gesamte Portfolio von Kirchner-Seminare: Persönlichkeit, Kommunikation, Führung, Vertrieb, Verhandeln, Präsentieren, Konflikte, Change und Transformation.

Die Nutzen für die Teilnehmer:

  • Performance optimieren: Würde man einen Coach/Trainer extra engagieren, um einen wichtigen Pitch vorzubereiten? Aber wenn er schon mal im Haus ist, dann nutzt man auch seine Expertise und externe Sichtweise.
  • Modern und customized lernen: In kleinen Häppchen essen statt gleich den ganzen Kuchen vertilgen müssen.
  • Weniger Zeit aufwänden: Unkomplizierte Terminabstimmung, da es feste Termine gibt. 

Die Nutzen für das Unternehmen:

  • Kostengünstig weiterbilden: Im Paket ist es immer günstiger.
  • Zeitaufwand reduzieren: Keine langfristige Trainersuche und -auswahl und kein langwieriger Freigabeprozess.
  • Effizienz steigern: Der Trainer kennt Prozesse, Unternehmenskultur und handelnde Personen.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie an dieser Form der Zusammenarbeit interessiert sind.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Der Mensch ist kein beschreibbares Ding, kein Etwas – sondern ein unteilbares Wesen mit Vernunft: ein Jemand.“  (Boethius, 480 – 524)

Rundbrief Januar 2020

Die Feigheit des Vulgären - Hassgebaren in der digitalen Welt -

Die Feigheit des Vulgären - Hassgebaren in der digitalen Welt -

Die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh hat bereits mit ihrem Buchtitel „Ich bring dich um!: Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft“ (Verlag Ecowin) das Menetekel einer allgegenwärtigen kollektiven Schizophrenie gezeichnet. In der Einleitung schreibt sie: „…Aber Hass und das Gutheißen von Gewalt spalten die Gesellschaft und wenden sich grundlegend gegen das Leben.“

Hass ist ein psychisches Phänomen. Es meint einen seelischen Zustand, in dem Gewalt lauert. Sie entlädt sich vor allem, wenn das Destruktive unser Lebensgefühl beherrscht. Dann wird Gewalt zur handelnden Kraft, die von der Lust am Verletzen und Vernichten besessen ist. „Die Tiefenpsychologie hat uns gelehrt, in dem, wodurch wir uns bedroht fühlen, uns selbst, einen verdrängten Teil des eigenen Wesens zu sehen. Darum sind Hass und Selbsthass oft identisch.“ So lauten die Überlegungen des Philosophen Robert Spaemann. ( 1927 – 2018 ) Und er bemerkt weiter: „Hass ist deshalb mörderisch, weil der Hassende sich oder das, womit er sich identifiziert, nicht nur durch Handlungen des anderen bedroht sieht, sondern durch dessen Existenz.“ (Zitiert aus „Der Haß des Sarastro“)

Die digitale Welt, die wie die Kälte in unsere Lebensbehaglichkeit eingedrungen ist, scheint den Drohgebärden psychisch belasteter Zeitgenossen einen neuen Auftrieb zu geben. Denn die Digitalisierung – bei allem Verbundensein durch die sozialen Medien -  öffnet auch die seelische Dunkelkammer, aus der der angesammelte Konfliktunrat ausströmt. So erleben wir in den täglich ausgespuckten Vulgarismen, dass inzwischen in unserem gesellschaftlichen Ganzen die latente Sucht nach Destruktivem den sadistischen Appetit anreizt: Verleumdungen, soziale Erniedrigungen, intrigante Gelüste, gezielte Mobbingattacken, Morddrohungen und ähnliche psychische Perversionen holen sich den Applaus der Feigheit, der im Schatten der Anonymität prachtvoll gedeiht! Das Vulgäre präsentiert seine kranken sprachlichen Kinder und zeigt ihnen die Hassräume, in denen das geistige Gift sprudelt. Viele geistige Heckenschützen haben ihre Plattform gefunden!

Wer in einer hasserfüllten Seelenstimmung lebt, hat das Einswerden mit sich selbst noch nicht erfahren. Seine zerklüftete Innenwelt verbaut ihm eine Sinnperspektive, die ihm Lebensgeleit geben könnte. Die Flucht in die Feigheit dagegen ist ein Akt der Selbstentwertung, weil sie ein wichtiges Geschehen des seelischen Reifens, die offene Konfrontation, scheut und häufig amputiert. Die entwürdigenden Hassparolen sind daher oftmals die einzigen Bekundungen eines psychischen und sozialen Unbehagens, zu denen der neurotische Mensch fähig ist und sich in ihnen widergespiegelt findet. Und beinahe unbemerkt, weil zunächst nicht auf Anhieb diagnostizierbar, treiben auch Neidgefühle in den digitalen Kanälen ihr heimtückisches Unwesen. Hass und Neid sind emotional missratene Geschwister. Sie treiben unser Innenleben um, wenn das Sichtbare nicht zum Erreichbaren wird. Der neidische Mensch leidet unter dem Mißachtetwerden, dem Zukurzgekommensein, unter Verlusten jeglicher Art, die seinen Selbstwert erheblich erniedrigen. In den Hassappellen durchbricht der Neid geradezu alles sittlich Gebotene und überschreitet etwa in den Angriffen auf das Weibliche gar jegliche Schamgrenzen. Neider gehen auf Strafexkursionen, die z. B. in den Twittersalven ihren Vollzug finden.

Die schlüpfrige Autorität der digitalen Welt wird auch weiterhin ihren Anspruch auf freie Meinungsäußerung postulieren. Doch nur wer sich selbst nicht fremd geworden ist, sein Selbst bewahrt hat, wird die kritische Distanz zu den verblendeten Hass- und Neidparolen aufrechterhalten können. Seine innere Geborgenheit wird ihn tragen und befähigen, allem Verletztwerden mit glaubwürdiger Souveränität zu begegnen.

Seminar zur Selbsterkenntnis

Das neue Seminar „Sich selbst begreifen“ von Baldur Kirchner ist im vorigen Jahr sehr gut aufgenommen worden. Wer sich rasch von dieser Thematik angesprochen fühlt, für den ist kurzfristig vom 05. – 07.03.2020 ein Platz reserviert. Gerne nehmen wir Ihre Anmeldung entgegen.

Den Seminarinhalt finden Sie hier

#Rhetorik – Nachdruck

Die überaus große Nachfrage nach dem neuen Buch „#Rhetorik. Ein Handbuch für alle, die etwas zu sagen haben” von Alexander Kirchner hat sowohl Verlag wie auch Autor freudig überrascht. Bereits 12 Wochen nach Erscheinen ist der Titel nun nachgedruckt worden. Anzeigen u.a. im Handelsblatt und in der Wirtschaftswoche sowie positive Rezensionen haben gewiss zur Aufmerksamkeit beigetragen.

Hier können Sie den Titel druckfrisch erwerben

Vortrag

Am 12. März 2020 um 20 Uhr hält Prof. Dr. Baldur Kirchner für die Volkshochschule Günzburg bei der Sparkasse Günzburg-Krumbach einen öffentlichen Vortrag mit dem Thema „Aggression beginnt im Ich – Ist uns die Seele fremd geworden?“.

Mehr zum Vortrag sehen Sie hier

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Der Feind, den man im anderen zu sehen glaubt, ist ursprünglich im eigenen Inneren zu finden.“ (Arno Gruen)

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