#wirstarten: Präsenzveranstaltungen finden wieder statt --- wichtige Informationen zu unseren Veranstaltungen      #wirstarten: Präsenzveranstaltungen finden wieder statt --- wichtige Informationen zu unseren Veranstaltungen

RUNDBRIEFE 2019

Rundbrief Dezember 2019

Zuversicht – Das gefestigte Urvertrauen

Zuversicht – Das gefestigte Urvertrauen

In seinem Vortrag „Urangst – Urvertrauen – Urglauben“, den der Psychiater Balthasar Staehelin (1923 – 2005) im Jahre 1983 in Ascona gehalten hat, zeichnete er ein pathologisches Bild der Moderne: „…dass mit dem naturwissenschaftlichen Prinzip allein die Angst des Menschen, des Patienten, des Arztes nicht genügend behoben werden kann. Angst, Unsicherheit, Geborgenheitsverlust, Mangel an Urvertrauen bilden die weitaus häufigste Krankheitsursache im Bereich der psychogenen und psychosomatischen Erkrankungen.“

Besonders nachdenklich stimmt daher ein aktueller Zeitungsbericht vom November 2019, der in die seelischen Abgründe der infantilen Not hineinleuchtet: „Tausende Schüler leiden an Depressionen." Eine neue Studie der DAK-Krankenkasse zeigt auf, dass „265.000 Kinder und Jugendliche mit Depressionen oder Angststörungen kämpfen“. Die Depression ist zu unserer Volkskrankheit geworden. Das Bedenkliche, das in der Stimmung depressiv Betroffener schwelt, ist sein Verborgensein, seine oftmals mit Schamgefühlen bedeckten Symptome. Diese Beobachtung führt der Züricher Psychiater Daniel Hell in seinem Standardwerk „Welchen Sinn macht Depression?“ aus. Er schreibt: „Depressionen spielen sich im Verborgenen ab. Sie gehören zur dunklen Seite des Lebens. Oft sind sie von außen nur unscharf wahrnehmbar. Selbst schwere Leidensformen können übersehen werden. Wer aber das drückende Gewicht von Depressionen erfahren hat, weiß um ihre Macht – und wird sich zur Wehr setzen wollen.“

Je tiefer unsere seelische Not ist, desto mehr sehnen wir uns nach Zuwendung und Geborgenheit. Dem Neugeborenen wird dieses Grundgefühl eines Beheimatetseins in sein Wesensinneres gelegt. Es heißt Urvertrauen. Gemeinhin versteht die Persönlichkeitsforschung unter „Urvertrauen“ ein elementares Gefühl der Geborgenheit in sich selbst und im Leben. In den späteren Jahren begreifen wir Urvertrauen als das Überzeugtsein vom Sinn unseres Daseins. Wenn sich das Urvertrauen herangebildet hat, wird es zum Fundament von Vertrauen und Selbstvertrauen. Wer sich selbst vertraut, traut auch den Angeboten des Lebens an ihn. Er wird zu einem handelnden Menschen, der sich vom Leben herausfordern lässt. Aus der täglich vollzogenen Lebenspraxis schließlich steigt die emotionale Säule der Zuversicht empor.

Was meint nun „Zuversicht“ als hoffnungsvolles Erleben des Urvertrauens? Sie ist die in unserem Innenleben beinahe unerschütterlich gewordene Vollendung unserer Selbst- und Lebensbejahung. Der zuversichtliche Mensch empfängt Kraft aus seinen Seelenräumen, er wird in der Verzweiflung von Trost begleitet; er sieht nach krisenhaftem Erleben das – wenn auch schwache - Licht des Neubeginns. Selbst in Enttäuschungen und scheinbar sinnentleerten Geschehnissen erblickt er noch und immer wieder die „Hand des Schicksalhaften“, die ihn sanft dem Kommenden entgegenführt. Viktor Frankl  (1905 – 1997), der österreichische Neurologe und Begründer der Logotherapie, musste mehrere Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Seine Zuversicht in das Künftige war ungebrochen. Seine Ermunterung für alle Leidenden fasst er in den Appell: „...trotzdem Ja zum Leben sagen!“

Der zuversichtliche Mensch versinkt nicht in einer düsteren Lebensatmosphäre, seine Ausstrahlung erwärmt die Mitmenschen. Seine Zuversicht ist sinngebunden und erfüllt deshalb auch sein Dasein mit Sinnvollem. Der Glaube an den Wert des Lebens wird für ihn zur Gewissheit, das eigene Selbstsein als Erfüllung eines Lebensauftrages zu begreifen. In der „Zauberwelt der Zuversicht“ (Drewermann) haben wir eine Verpflichtung zu beachten: Uns selbst niemals zu verlieren, sondern unser Innewohnen als Gefühl des Heilseins zu bewahren.

Unsere Veranstaltungen basieren letztlich auf dem Prinzip der Zuversicht. Diese innere Stärke im Einzelnen wachzurufen, ist uns ein zutiefst menschliches Anliegen.

Frohe Weihnachten

Wir wünschen Ihnen allen ein harmonisches und besinnliches Weihnachtsfest! Wir danken Ihnen für die vielen schönen Begegnungen in diesem Jahr, und wir danken Ihnen für Ihr stetes Interesse an unserem Rundbrief und an unserer Arbeit. Verbringen Sie eine gute Zeit im Kreise Ihrer Liebsten und sehen Sie dem kommenden Jahr mit Mut und Freude entgegen!

#Rhetorik – Für alle, die etwas zu sagen haben

Weihnachtsgeschenk für Sie selbst gesucht? Die Essenz der praktischen Rhetorik hat Alexander Kirchner in dem neuen Buch “#Rhetorik. Ein Handbuch für alle, die etwas zu sagen haben” zusammengefasst. Das Buch ist vor wenigen Wochen in der Handelsblatt Verlagsgruppe erschienen. Mit dem Buch erhalten die Leser einen exklusiven Zugang zu der Lern-App; sie läuft auf allen Apple-Geräten. Das Buch umfasst gut 170 Seiten und kostet 34,90 Euro. Wir freuen uns über diese Neuerscheinung, denn das Buch verdeutlicht sowohl unseren Anspruch als auch unser Kernanliegen: die rhetorische und persönliche Kompetenz des Einzelnen zu entwickeln.

... hier finden Sie das Buch #Rhetorik

 

Neues Design

Seit wenigen Wochen ist unsere neu gestaltete Homepage online. Moderner, übersichtlicher, bildhafter. Lange haben wir über die passenden Bildmotive nachgedacht und uns am Ende für ein sehr bodenständiges Thema entschieden: Bäume und Wald. Wald verkörpert auf eine treffende Weise unser Verständnis von Wachstum, Ruhe und Souveränität. “Wer einen Baum pflanzt, wird den Himmel ernten”, ist uns von Konfuzius überliefert, und ganz ähnlich gilt dies für die Samen, die wir in unseren Seminaren den Teilnehmern mitgeben.

... zur Startseite von Kirchner-Seminare

TOPS-Tage 2020

Vom 14.-16. Februar 2020 findet in Berlin die Jahrestagung unseres Kooperationspartners TOPS e.V. statt. Leitthema sind “Glücksfälle in Beratung und Führung”. Alexander Kirchner wird zusammen mit beim Zeitexperten Jonas Geißler einen Workshop zum Thema “Time is honey” leiten, in dem es u.a. um das richtige Timing für Führungs- und Beratungserfolge geht.

Weitere Informationen

„Vertrauen ist das höchste Gut in einem Unternehmen.“

„Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital in einem Unternehmen!“ - dieses Statement liest und hört man immer wieder, gerade in der heutigen Zeit, da auch oft von Fachkräftemangel die Rede ist. Jedoch: was bringen die besten Mitarbeiter, wenn sie nicht konstruktiv und vor allem vertrauensvoll zusammenarbeiten? Deswegen gilt mindestens ebenso die Aussage: „Vertrauen ist das höchste Gut in einem Unternehmen.“

Weshalb Vertrauen schwindet und wie man es wieder aufbaut, darauf geht Sebastian Kirchner in seinem Vortrag ein, den er vor dem Management und dem Betriebsrat eines mittelständischen Unternehmens am 29. Oktober 2019 gehalten hat. Gerne stellen wir Ihnen einen kostenlosen Download dieses Vortrags hier zur Verfügung.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

Erst die Vielfalt kommunikativer Erfahrungen verleiht dem Führenden Souveränität in seinen Auftritten!“

Neuer Rundbrief zur Wesenstiefe

„Handeln aus der Wesenstiefe“

„Handeln aus der Wesenstiefe“

Ein gelungenes Lebenskonzept ist auch daran erkennbar, dass ein Mensch seine wesensimmanenten Kräfte zu einem fruchtbaren Wirken für sich selbst und die Mitmenschen eingesetzt hat. Doch nicht immer steht uns der Weg zu unserem inneren Verwurzeltsein offen. Häufig ist unsere Innenwelt verschleiert, haben sich manche seelischen Impulse verborgen gehalten. Auch deshalb, weil Gefühle der Ungeborgenheit, des Ausgeliefertseins, der totalen Erschöpfung den Eingang zur Seelenpforte versperrt haben. Oftmals war auch die Mitwelt noch nicht reif dafür, den Blick in die innere Tiefe ernst zu nehmen.

Und dennoch: Wir kommen nicht umhin, Seelenpflege als ein ständiges Lebensprogramm zu betrachten. Dies vor allem deshalb, weil wir möglichst krisen- und konfliktfern leben möchten. Wer die Nähe zu seiner wahren Persönlichkeit ernsthaft sucht, wird erleben, welche Angebote sie für seine Lebensgestaltung bereithält.  

Die folgenden Seminare laden Sie ein, sich Ihrer Selbstbegegnung in anderer Weise zu widmen, als dies zumeist alltäglich geschieht.

I. „Persönliche Sinnerfahrung“ 

    - Antworten aus der eigenen Wesenstiefe zu Lebensorientierung und Entscheidungsfähigkeit

II. „Seelische Stabilität durch Selbstfürsorge“

     - Wie erlange ich psychische Autonomie und Selbstständigkeit im Leben?

III. „7 Stufen zu einem erfüllten Lebenskonzept“

    - Wie gelingt echte Selbstverwirklichung?

IV. „Sich selbst begreifen“

      – Seelische Unebenheiten glätten!

V. Kontemplation

    – Verweilen in Schweigen und Stille

Persönliche Einzelgespräche mit dem Seminarleiter bilden das ethische Fundament dieser Seminare.

Die ausführlichen inhaltlichen Beschreibungen wollen Sie bitte unseren Seminarbeschreibungen entnehmen.

Rundbrief Oktober 2019

Institutionalisierte Wertschätzung – Die falsch verstandene Geste

Institutionalisierte Wertschätzung – Die falsch verstandene Geste

Der österreichische Psychiater und Neurologe Reinhard Haller („Die Narzissmusfalle“) sagte kürzlich in einem Interview Folgendes: „Man schickt die Leute auf teure Führungsseminare, wo ihnen irgendwelche Gurus irgendetwas einflüstern, wie man loben muss, statt dass sie zum einfachsten und wirksamsten Mittel greifen, nämlich authentische Anerkennung, Lob und persönliche Zuwendung den Menschen entgegenzubringen.“

Zwar wissen wir, dass egozentrierten Persönlichkeiten das Loben nur schwer über die Lippen kommt, solange sie selbst nicht ebenfalls von einem Lichtstrahl gestreichelt werden. Doch auch an einer vermeintlich gern ausgesprochenen Wertschätzung klebt der Eigendünkel des Hierarchischen, der diesen Akt der Zuwendung erst großzügig ermöglicht. Im Zeitalter des Narzissmus bleibt die Wertschätzung vorwiegend auf die eigene Person konzentriert.  

Glaubwürdig wertschätzen kann nur derjenige, der von einem hinreichend entwickelten Selbstwertgefühl getragen wird. Seine psychische Autonomie befähigt ihn, unspekulativ und erwartungsfrei zu kommunizieren. Drehen aber die bedrohlichen Modalverben „sollen“ und „müssen“ an den sozialen Gewinden, besteht die Gefahr, dass die so vorgegebenen Muster das Phrasenhafte zur Norm erheben. Denn wo bleibt die menschliche Wärme, wenn die Wertschätzung zu einem Strukturelement in einem standardisierten Mitarbeitergespräch degradiert wird? „Ach ja, ich wollte Ihnen noch sagen, dass ich im letzten halben Jahr mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden war.“

Wer keine empathischen Fähigkeiten ausbilden konnte und wo Empathie zu einem Fremdkörper verkommen ist, dort fehlt auch die Herzlichkeit und milde Güte einer wohlwollenden Fremdfürsorge. „Sie müssen Ihre Mitarbeiter mehr loben, dann sind sie besser motiviert!“ Welch armselige Führungskultur! Solche unsinnigen Empfehlungen infantilisieren und demütigen den Anderen nicht nur, sondern sie kränken ihn auch, indem sie sein sittliches Personsein ignorieren. Zudem offenbaren sie die Peinlichkeit und Hilflosigkeit, mit Emotionen souverän umgehen zu können. Unsichere Führende schematisieren daher ihre Verhaltensweisen, weil ihnen die Routine des Schematischen vermeintlich Sicherheit vermittelt. Das Schematische als Handlungsmerkmal aber erstickt dauerhaft jegliche Vertrauensbildung! Deshalb gilt weiter: Wo die eigenen empathischen Fähigkeiten unentwickelt geblieben sind, kann sich keine innere Stärke heranbilden.

Wie also löst sich die institutionalisiert erstarrte Wertschätzung auf?

Nun, menschliche Begegnungen leben zunächst von der Würdigung des habituellen Erscheinungsbildes des Anderen. Das Gestalthafte in seinen körperlichen Konturen wahrzunehmen, ist der Beginn von Zuwendung. Begleitet von Achtsamkeit, öffnen sich die „geistigen Poren“ füreinander und drängen zum Gespräch. Das alles aber geschieht situativ, spontan, ungeplant, dem Augenblicklichen hingegeben, eben in jener Weise, die das Dialogische anzubieten vermag. Wertschätzung bedeutet ja auch immer, das Sein des Anderen zu wollen. (Aristoteles) Deswegen liegt im menschlichen Miteinander schlechthin auch die Hoffnung, dass jeder Einzelne die Chance erhält, sich von einem Du angenommen zu fühlen.

Genau dieses Erlebnis halten unsere Seminare für die Teilnehmenden bereit.

Handeln aus der Wesenstiefe – Seminare 2020

Was im Leben wirklich zählt, ruht oft im Verborgenen unserer Persönlichkeit. Es sind Antworten auf Lebensfragen, die uns bedrängen und uns veranlassen, den Blick in die Wesenstiefe zu wagen. Die in unserem Inneren eingeschlossenen Seelenschätze aber sollen in unserem Handeln erkennbar und wirksam werden.

In den folgenden Seminaren werden Sie zu Ihrem Wesensgrund geführt. Sie werden erfahren, aus welchen tiefen Quellen Sie für Ihr Tagesbewusstsein schöpfen können, so dass Sie mit innerer Stärke und Zuversicht Ihr Lebensgefühl bereichern werden.

I. Seminar: „Persönliche Sinnerfahrung – Antworten aus der eigenen Wesenstiefe“

„Lebenssinn kann nicht erzeugt, sondern nur gefunden werden.“(Viktor Frankl)

Wer nach Sinnantworten für seine private oder berufliche Lebensgestaltung sucht, findet in diesem Seminar klärende Antworten. Dies geschieht in der stillen kontemplativen Versenkung in sein Wesensinneres ebenso wie in mehreren persönlichen Einzelgesprächen mit dem Seminarleiter. Der Seminarbesucher erfährt zudem, welche Botschaften Krisen und Konflikte ihm für seine Alltagsgestaltung Orientierung und seelische Wegweisung bieten.

II. Seminar: „Seelische Stabilität durch Selbstfürsorge – Innere Kraftquellen wahrnehmen

Selbstfürsorge ist eine Lebensaufgabe. Sie setzt sich zum Ziel, die menschliche Persönlichkeit zu seelischer Autonomie zu führen. In diesem Seminar betritt der Einzelne mehrere Seelenräume, in denen sich die für ihn bisher verborgenen Kraftquellen befinden. Nur wer eine enge Beziehung zur eigenen Innenwelt pflegt, kann äußerem Druck souverän widerstehen. Aus diesem seelischen Gerüstetsein erwächst die Initiative zum Handeln. Sie bildet im Übrigen den Gegenentwurf zu jeglicher Burnout-Symptomatik.

Denn es gilt: „Wer nicht handelt, wird im Laufe der Zeit behandelt!“   

III. Seminar: „7 Stufen zu einem erfüllten Lebenskonzept“   

Leider ist der Begriff „Selbstverwirklichung“ inflationär entleert und deshalb seiner tieferen Bedeutung beraubt worden. Und doch gibt es ein Lebenskonzept, das im seelischen Grundbefinden von innerer Zufriedenheit, Besonnenheit und Gelassenheit getragen wird. So zeigt dieses Seminar Schritte auf, auf welchen Wegen eine seelische Entwicklung – nach Überwindung von Angst, Mutlosigkeit und selbstdestruktiver Haltung - hin zu wahrer Ausgeglichenheit gelingt.

„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“ (Albert Camus)

IV. Seminar: „Sich selbst begreifen – Aufbruch zur eigenen Wesensmitte“

Wer Andere seelisch begleiten möchte, möge sich zuerst mit seiner eigenen Persönlichkeit beschäftigt haben. Diese Erfahrung bildet das Fundament für wirkliches gegenseitiges Verstehen. Das Seminar zeigt dem Einzelnen Psychogramme auf (wie z. B. Neid, Hass, Geiz, Eifersucht), die oftmals das Mitmenschliche trüben. Die Analyse der Ursachen für eine unebene Seelenlandschaft jedoch bereitet den Weg zu einer neuen Selbst- und Fremdbegegnung. „Ein Mensch, der sein Selbst aus abstrakten Ideen zusammenbastelt, ist ein moralischer Krüppel.“(Arno Gruen)

Diese dreitägigen Seminare ergänzen sich inhaltlich. Im Mittelpunkt stehen mehrere vertrauliche Einzelgespräche, die sich am zuvor besprochenen Manuskript orientieren. Unter dem Stichwort „Wesenstiefe“ finden Sie auf unserer Homepage die Termine 2020.

... zu den Seminaren

Transformations-Coaching

Unternehmen sind aktuell ständigen Transformationen ausgesetzt: Digitalisierung, Regulierung und Globalisierung sei Dank! Man trifft sich fortan im Stehen zum nächsten agilen Sprint, die Präsenz auf den sozialen Kanälen wird immer wichtiger und aufgrund des internationalen Wettbewerbs wird grundsätzlich auch das eigene Produktportfolio auf den Prüfstand gestellt. Auf einmal zieht das gesamte Team ins Großraumbüro (wenn es überhaupt noch einen festen Arbeitsplatz gibt), es kann Tisch-Kicker gespielt werden und alles spricht über Angebote für die Generation Y. Führungsstrukturen werden aufgelöst und sich selbst organisierende Teams eingeführt. Ganz nebenbei werden Mails nur noch in englischer Sprache verfasst.

Das sind nur wenige Beispiele für Transformation, gegen die wir uns kaum wehren können. Dennoch: wo bleibt der Mensch in dieser Veränderung? Wo findet sich der Einzelne in diesen neuen Kulturen wieder? Wie sollen Führungskräfte künftig selbstbestimmte Teams „führen“? Die Angst vor Veränderung ist eine der tiefsten Ängste im Menschen. Sie belastet das Lebensgefühl vor allem dann, wenn Ereignisse in den gewohnten Alltag eingreifen. Denn Veränderungen können die Gefühle der Sicherheit und Geborgenheit erschüttern. Die Konzepte mögen noch so gut sein: wenn die Transformationsideen auf die Angst der Menschen vor der Veränderung treffen, dann entsteht häufig eine emotionale Abwehrhaltung, die mit sachlichen Argumenten nicht aufgeweicht werden kann. In der Folge begleiten, behindern und blockieren Vorwände und Killerphrasen („Das haben wir noch nie so gemacht!“) die Verwirklichung der neuen Vorschläge und Ideen. Die einzelnen Mitarbeiter fühlen sich "nicht abgeholt“ und die Führungskräfte sind sich unsicher in ihrer Menschenführung.

Transformations-Coaching begleitet Mitarbeiter und Führungskräfte auf der emotionalen und menschlichen Seite der Veränderung. Ob in Coachings, Workshops, Impulsvorträgen oder beispielsweise durch Supervision – der Coach unterstützt die Betroffenen, mit den fundamentalen Veränderungen konstruktiv umzugehen. Durch eine höhere Identifikation und damit nachhaltigere Akzeptanz der Veränderung wird eine schnellere Wirksamkeit der angestrebten Veränderung erzeugt.

zum Transformations-Coaching

#Rhetorik – Unser neues Buch beim Handelsblatt

In wenigen Wochen wird beim Handelsblatt Fachmedien Verlag unser neues Buch “#Rhetorik – Ein Handbuch für alle, die etwas zu sagen haben” erscheinen. In rund 50 Stichworten hat Alexander Kirchner die Essenz der praktischen Rhetorik zusammengefasst. Neben fundierten Artikeln zu dem zeitlosen Thema der Rhetorik erhält das Buch viele Übungen, wie man seine Rhetorik verbessern kann. Das Buch ist in einem lockeren und modernen Ton geschrieben, und es richtet sich an Führungskräfte, Unternehmensberater und all jene, die souverän auftreten wollen. Obgleich es bereits zahllose Bücher zu dem Thema gibt, haben wir zusammen mit dem Handelsblatt erstmals ein neues Format definiert: Denn der Leser erhält mit dem Buch Zugang zu einer eigenen Lern-App (auf iOS-Basis). Die App vertieft die Übungen aus dem Buch und fasst die wichtigsten Stichwörter zusammen.

Sobald Buch und App lieferbar sind, informieren wir Sie nochmals. Der Preis wird bei etwa 40 Euro liegen. Weil einige Teilnehmer schon gefragt haben: Wenn Sie für sich oder Ihre Mitarbeiter ein signiertes Exemplar wünschen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an info@kirchner-seminare.de.

Instagram

Als Teaser für das neue Buch #Rhetorik werden wir in den nächsten Wochen etliche rhetorische Kniffe auf unserem Instagram-Kanal und selbstverständlich unter dem Schlagwort #Rhetorik veröffentlichen. Der Titel des Buches legt den Bezug zu den sozialen Medien bereits nahe. So alt das Thema der rhetorischen Kompetenz ist, so nötig ist eine zeitgemäße Vermittlung. Wenn Sie mögen, folgen Sie uns bei Instagram unter Kirchner-Seminare.

TOPS-Tage 2020

Mit seinem epochalen Werk zur “Resonanz” hat Hartmut Rosa vor einigen Jahren einen Begriff populär gemacht, der eine Antwort auf die zunehmende Beschleunigung in unserer Zeit gibt. Dieses Konzept von Resonanz bildet den Bezugsrahmen für die diesjährigen TOPS-Tage, die unser Kooperationspartner TOPS e.V. in Berlin veranstaltet. Sie finden vom 14.-16.2.2020 am Wannsee statt. Unter dem Schlagwort “Time is honey” wird Alexander Kirchner dort zusammen mit Jonas Geißler einen Workshop zum Thema “Zeit” leiten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Niemandem darf das menschliche Antlitz genommen werden!“

Rundbrief September 2019

Kreuzfahrten der Seele - Verlorene Schamgefühle

Kreuzfahrten der Seele – Verlorene Schamgefühle

Etymologisch gesehen, wird „Seele“ zwar als ein unerklärtes Tabuwort betrachtet; doch die Vermutung, dass sie die „vom See Herstammende, zum See Gehörende“ sei, wurde durch den alten Glauben der Germanen genährt, wonach „die Seelen der Menschen vor der Geburt und nach dem Tod im Wasser leben sollen“. (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, S. 1268) Insofern könnten „Seelentiefe“  und „seelischer Tiefenrausch“ archetypisch-semantische Sprachreste einer inneren Empfindungswelt sein, die ein Mensch in sich trägt und die in ihm die Sehnsucht nach dem Wasser wachhalten. Könnte ihn diese Beseeltheit nicht drängen, auch in den Kreuzfahrten zu einem latenten, stets immanenten Ursprung zurückzukehren? Verbinden sich vielleicht sogar bei den luxuriösen Kreuzfahrten, animiert durch „Traumschiff-Serien“, die idealisierte Urlaubswelt und der verführerische Gigantismus zu einem trügerischen Gefühl von Freiheit?

Doch die Massen verschlingenden Meeresungeheuer verjagen mit ihrer gestylten Freundlichkeit jegliche idyllischen Erwartungen. Kein Wunder also, dass das Selbstsein des Passagiers von den Unterhaltungsangeboten an Bord und den Landgängen zu den Küstenregionen überschüttet wird. Je größer die Kreuzfahrtschiffe – kürzlich auch „Urlaubsfabriken“ mit 6000 Gästen genannt – desto bedenklicher die Anonymität im Zwischenmenschlichen. Und die glänzende Seelenlosigkeit der Passagierkabinen gaukelt ein Ambiente vor, das die Seetouristen von jedem Vorwurf exkulpiert, sich in irgendeiner Weise an der Natur vergangen zu haben. Ethisch gesprochen, könnte man diese Haltung als fehlende „Kreuzfahrtscham“ bezeichnen.

Aber nicht nur in den Urlaubsaktivitäten, sondern auch in der erweiterten Erlebnisgesellschaft scheinen Schamschwellen und Schamgefühle kaum noch zu existieren. Es hat sich eine Schamlosigkeit ausgebreitet, die den Wert von Schamgefühlen schlechthin anzweifelt. „Das Neue und Beunruhigende“, so schreibt der Philosoph Robert Spaemann ( 1927 – 2018), „liegt darin, dass die Massstäbe selbst in Frage gestellt werden. Nicht, dass sich mehr Menschen schamlos benehmen, ist das Beunruhigende, sondern dass der Wert von so etwas wie Scham grundsätzlich bezweifelt wird.“ Wir erleben nahezu täglich, dass uns die Werbung Illusionen verspricht, ohne jemanden zum Erröten zu bewegen, selbst wenn sich das Angepriesene als Bluff  offenbaren sollte. Dabei ist doch auch das Erröten ein körperliches Symptom für Schamgefühle! Auch in der politischen Landschaft werden Versprechen abgegeben. Es scheint aber, als sei die Scham jenen Politikern fremd geworden, die ihre Zusagen nicht eingehalten haben. Die Bevölkerung nimmt diesen kollektiven Schamverlust bedenkenlos hin. Wer dagegen aus seiner Wesenstiefe heraus agiert, wird diesen schamlosen Wortbrüchen mit dauerhafter Skepsis begegnen.

Wo die Schamschranken hemmungslos niedergerissen werden – so etwa ist die Scham in der Sphäre der Sexualität paradigmatisch beheimatet – schwinden die Eigenwürde und die Regie des Gewissens. Muss es uns nicht nachdenklich stimmen, weil es inzwischen als normal empfunden wird, pornographische Filmprodukte als seriöse Kunstwerke zu interpretieren – und dies in seriösen Zeitungen zu publizieren?

Schamgefühle sind ein natürliches Geschenk, das uns in die Entwicklung unserer Persönlichkeit gelegt wurde. Kein Kind kann zur Scham ausdrücklich erzogen werden. Im Unterschied zum Gewissen, ist Scham ein Gefühl und kein sittliches Urteil. Deshalb kann sich Scham auch nicht irren! Deshalb auch ist es sinnlos, jemandem seine Schamgefühle ausreden zu wollen. Daher meint auch die Redensart „Du solltest dich schämen!“, ethisch betrachtet, nicht eine Aufforderung, sich zu schämen, sondern die „Enttäuschung darüber, dass Scham jemanden nicht davon abgehalten hat, zu tun, was er tat“.

Scham bezieht sich auf das Sein eines Menschen. Diesem Erleben liegt das wichtigste elementare Befinden zugrunde: das Selbstwertgefühl. Eigenwürde und Selbstachtung tragen unser Schambewusstsein. Aristoteles gar bezeichnet Scham als die Tugend der Feinfühligkeit. Sich schämen zu können, heißt stets, seiner Selbstachtung treu zu bleiben. Um sich schämen zu können, muss ein Mensch sich selbst lieben!

Unsere Arbeit führt die Teilnehmenden zu einem tieferen Selbstbegreifen. Dies geschieht durch theoretische Unterweisung ebenso wie durch Übungen und Einzelgespräche. Oftmals werden wir dadurch zu kontinuierlichen Wegbegleitern für den Alltag des Einzelnen.

Gehaltsstudie

Investitionen in die eigenen Kompetenzen zahlen sich aus. Denn wer Karriere macht, verdient als Führungskraft im Laufe seines Lebens etwa 3,7 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie eine Fachkraft. Eine neue Gehaltsstudie hat dies vor wenigen Tagen nun aufwendig ausgerechnet.

zur Gehaltsbiografie 2019

 

 

Seminartermine 2020

Da Investitionen in die eigenen Kompetenzen wie auch die der Mitarbeiter nicht nur finanziell eine hohe Rendite abwerfen, tragen wir unseren Teil gerne dazu bei. Unser Seminarangebot für 2020 steht, und auf unserer Homepage finden Sie nun alle Termine. Wir freuen uns, dass unsere Arbeit weiterhin eine sehr positive Resonanz findet.

zur den Seminaren

 

 

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Die Moderne ist die Zeit, in der die Menschen, die den Appell zur Veränderung hören, nicht mehr wissen, womit sie beginnen sollen: mit der Welt oder mit sich selbst – oder mit beidem zugleich.“ (Peter Sloterdijk)

Rundbrief Juni 2019

Einer redet, die anderen tippen: Die Gesichter der Sucht und Ignoranz

Einer redet, die anderen tippen: Die Gesichter der Sucht und Ignoranz

Sie sitzen und stehen mit gesenkten Häuptern, als wären sie meditativ in das Rosenkranzgebet versunken. Sie scheinen vergessen zu haben, dass die Kommunikation mit dem Leben mehr von ihnen erwartet, als sich dem digitalen Schutzpatron Smartphone zu weihen. Sie, die digitalen Jünger, sind mit „Sexting, Sextortion, Cybermobbing und Cybergrooming“ in der sittlich fragwürdigen Welt des Smartphones angekommen. Vor allem Jugendliche, so berichten Pädagogen und Polizisten, toben sich in den sozialen Netzwerken mit ihren unreifen Phantasien und trüben Wunschprojektionen aus. Damit nistet sich eine neue Erlebnisweise in das Tagesbewusstsein ein, die sich wie eine Epidemie ausbreitet. Die meisten von uns halten sich täglich mehr und mehr in der Medienwelt auf, ja, was noch bedenklicher erscheint, die Medienwelt hält uns gefangen. Viele Menschen verlieren sich in dieser starren Kunstwelt, weil sie die Kontrolle über sich selbst verloren haben. Es liegt nahe, bei einem Kontrollverlust, bei einer zusammengeschrumpften psychischen Autonomie, auch an ein Suchtverhalten zu denken. Sucht meint stets die pathologische Seite eines Gebundenseins. Auch deshalb hat sich der Ulmer Hirnforscher und Psychiater Manfred Spitzer erneut mit den Einflüssen des Digitalen auf die Lebensbeziehungen des heutigen Menschen beschäftigt. Aus dem Smartphone-Hype ist eine „Smartphone-Epidemie“ – so der Titel seines neuesten Buches – geworden. Zwar sind auch die gesundheitlichen Folgen der Smartphone-Sucht beträchtlich; Desinteresse und Verachtung des Mitmenschlichen, bösartige Verletzungen durch Hass und vernichtende Drohgebärden jedoch bilden noch mehr die seelisch dunkle Seite des digitalen Zeitalters. Sie wird umso finsterer, je mehr und je häufiger sie die kommunikativen Angebote ignoriert, die Sprechende in den Parlamenten und anderen politischen und wirtschaftlichen Gremien vortragen. Einer spricht, und die anderen tippen auf ihren Handys, Smartphones oder Tablets herum. Vielen zeitgenössischen Rednern und Gesprächspartnern schlägt eine kalte Gleichgültigkeit der Anwesenden ins Gesicht, deren Aufmerksamkeit sie gar nicht zu sehen bekommen, weil sie ihrer digitalen Besessenheit verfallen sind und keinen Blick mehr auf das um sie herum Interagierende werfen können. Der französische Philosoph André Glucksmann (1937 – 2015) bezeichnete einmal die Gleichgültigkeit dem Menschsein gegenüber als ein „großes Verbrechen“. Diese moderne Gleichgültigkeit mit ihrem unbeseelten Habitus zeigt die neurotische Seite einer vermeintlich „offenen Gesellschaft“. Das Reizvolle einer Rede, die sprachliche Eigenart und die persönliche Würde des Sprechenden werden von einer sozialen Arroganz erniedrigt, die das Niveau der Netzsüchtigen als geistig-stupid erkennbar werden lässt. Die Smartphone-Manie mit ihrer zwanghaften Umklammerung erstickt jegliche menschliche Nähe. Gewiss mögen sich auch dringende Botschaften des Tagesgeschehens in die Zeitspalten mancher Agenda einschleichen und so den Zuhörer bedrängen. Doch die Trägheit des Gewohnten lässt uns Heutige immer wieder dem eingeübten Lebensmodus in die Arme fallen. Worin nun besteht der Aufbruch zu einer neuen Repräsentanz des Bewährten, zu einer Einkehr und zum Niederlassen in fruchtbare Seelenlager? Es gilt, eine Plattform der persönlichen Verantwortung und der Kontrolle über die digitalen Angebote zu errichten. Zu einer „Ethik des Digitalen“ (Steinmeier) aufzubrechen, meint, sich innerlich auf den Weg der mitmenschlichen Wertschätzung zu begeben. Eine kommunikativ intakte Gesellschaft kann auf eine offene Dialogkultur nicht verzichten. Sprechen, Anschauen und Zuhören bleiben deshalb die geradezu „archetypischen“ Säulen sozial niveauvoller Begegnungen.

Springboard Story und Sparking Line…

… sind nur zwei Begriffe aus einer ganzen Fülle, wenn es um die erfolgreiche Kommunikation in Change Prozessen geht. Dass die Begriffe aus dem Amerikanischen kommen, verdeutlicht vor allem, wie professionell in den USA die Unternehmenskommunikation betrieben wird. Was sich im Detail hinter den Begriffen verbirgt und wie man sie nutzt, ist Inhalt unseres Seminars „Kommunikation in Veränderungsprozessen.“ Zwei freie Plätze können wir in diesem November noch anbieten:

Selbstentfremdung und Empathieverlust

Bei den diesjährigen Salzburger-Tübinger Rhetorikgesprächen SaTüR ging es zentral um Unternehmenskommunikation. Rhetorik in der agilen Transformation, Pitch Decks als Persuasionsmedium und wie die Hamburger Agentur Jung von Matt 2017 den Wahlkampf von Angela Merkel begleitete und Politiker als Marken inszeniert, waren einige der vielen interessanten Themen. Kirchner-Seminare unterstützen die Tagung an der Universität Tübingen sowohl finanziell als auch personell, und so sprach Baldur Kirchner in einer Keynote über Selbstentfremdung in der Gegenwart. Den Vortrag können Sie gerne auf unserer Homepage herunterladen.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Das Verstehen ist wie ein Gebirgsbach, der zwischen den Felsen hindurchbricht, hervortanzt und sich seinen Weg bahnt. Wenn Verstehen dämmert, bahnt es sich seinen Weg durch dein Leben, es wandelt Einstellungen, Haltungen und Gewohnheitsmuster.“ (Vimala Thakar)

Rundbrief April 2019

Lektüre und Geduld

Lektüre und Geduld

Haben Buchmessen – angesichts der weltweiten Dominanz elektronischer Medien – heute noch einen Sinn? So oder ähnlich mag sich mancher Besucher nach seiner Heimkehr vom diesjährigen Leipziger Stelldichein der Verlage und Autoren gefragt haben. Und bei diesen Überlegungen wurde ihm möglicherweise bewusst, dass ja solche künstlerischen Ereignisse auch eine Berührung mit seiner eigenen Persönlichkeit beabsichtigen. Denn ein aufgeschlossener Leser zu sein, immer wieder eingeladen zu werden, seine Teilhabe an einer stetigen und tieferen geistigen Entwicklung zu pflegen, vermittelt dem Einzelnen ein Gefühl von permanenter Gegenwart des Kulturellen in seiner Lebensgestaltung. (Kulturell zu leben, heißt auch immer, sich der Wahrung gültiger Werte zu widmen.) Die menschliche Persönlichkeit reift zudem dadurch, dass sie ihrem originären Entfaltungsdrang einen Raum anbietet, in dessen Innerem die noch latent gebliebenen Wesenszüge auf ein Aufbruchssignal warten.

Ein solches inneres Aufbrechen kündigt sich beim Leser als ein Gesinnungswandel an: das schlichte Lesen wird zur Lektüre, aus dem Leser wird der „Lektürer“! Am formalen Akt des Lesens ändert sich zwar nichts. Aber die sonst kaum reflektierte, weil dem asthmatischen Zeitdruck unterworfene Blickjagd über die Zeilen, weicht einem Verweilen und geduldigen Aufnehmen des Geschriebenen. Die Lektüre als inniges Eintreten in umfangreiche Textangebote bildet und bindet den geistigen Habitus des Lesers. Lektüre, Gelassenheit und Geduld gründen eine geistige Familie. Sie leiten eine Wertverschiebung ein, indem sie zum entspannenden Gebundensein und zur asketischen Ruhe motivieren. Die Angst vor umfassenderen Texten löst sich allmählich auf. Lektüre ist daher mehr als ein vom Zeitgeist verordnetes Konsumieren des augenblickshaften Daherflatterns in der Medienlandschaft. Die Warnung einer Schlagzeile in der Tagespresse „Vorsicht, dies ist ein etwas längerer Text!“ konfrontiert den Ungeduldigen mit sich selbst, sich nicht mehr dem visuellen Kurzsprint am Bildschirm oder dem Printverteilten zu unterwerfen, sondern dem Anliegen der Achtsamkeit zu folgen. „Immer, wenn du von deinem Denken Gebrauch machst, mußt du üben, ganz da zu sein, nicht geistesabwesend oder halbherzig. Gib dein ganzes Sein hinein. Aufmerksam zu sein bedeutet, sensitiv zu sein. Das Denken ist nur wach, sensitiv und aufmerksam, wenn es nicht in Gewohnheitsmustern kreist… Mechanische Wiederholung ruft eine Illusion des Lebens hervor, sie ist aber weder Begegnung mit dem Leben noch Wachstum.“ (Vimala Thakar, 1921 – 2009)

Auch die Lektüre birgt die Quelle der Achtsamkeit in sich. Ihr unaufdringlicher und seriöser Appell nach zeitloser Kontinuität unterscheidet sie von den selbstberufenen Performancekünstlern der Gegenwart, die sich auf dem Markt des sogenannten Achtsamkeitstrainings tummeln. „Man darf sich nicht in geistige Übungen stürzen, nur weil sie zur Zeit Mode sind“, mahnt ein indischer Weiser. Denn große geistige Resultate lassen sich nicht aus den „Arsenalen der Anthropotechnik“ (Sloterdijk) schöpfen. Geistige Werte werden aus der Geduld geboren; sie überdauern die ideologischen Erdbeben, auch wenn ihre kulturellen Tempel von einem Banausentum zerstört werden. Die Lektüre als Schatzkammer gereifter Erkenntnisse öffnet ihre Tore für das Tageslicht des Interdisziplinären. Der Bildungsstand, der einen Menschen auszeichnet, reicht zurück in das Universelle der menschlichen Geistesgeschichte. Insofern ermöglicht es das geschriebene und gedruckte Wort dem Lektürer, in die Seele des bisher Ungesagten einzutreten, um eine Wegweisung zu empfangen, die ihm Lebensorientierung und Erfüllung zugleich bedeutet.

Neues Seminar: Team-Training

Team.Training.Excellence

Effiziente Zusammenarbeit entsteht durch einen möglichst reibungslosen Ablauf. Durch unklare Kommunikation, Missverständnisse und schlechte Beziehungsebenen in einem Team wird der Ablauf oft gestört. Zusammenarbeit in einem Team wird dann schwierig und anstrengend.

Vortrag

Im Rahmen der Salzburg-Tübinger Rhetorikgespräche [sa|tü|r] am 31. Mai und 1. Juni 2019 wird Baldur Kirchner an der Universität Tübingen einen Vortrag halten. Thema: „Selbst-Entfremdung und Empathieverlust in der heutigen Gesellschaft“.

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Richtiges Handeln hat etwas mit Einsicht, verkehrtes Handeln etwas mit Verblendung zu tun."

(Robert Spaemann, 1927 – 2018)

Rundbrief Februar 2019

Seelen-Botox

Seelen-Botox

Wer sich in seinem äußeren Erscheinungsbild eine bessere Selbstakzeptanz wünscht, wer das in seinem Aussehen natürlich Geprägte einem heimlich gehuldigten Schönheitsideal annähern möchte, findet in den Angeboten des Beautymarktes viele „plastische Helfer“. „Wer will, kann sich in der Mittagspause die Stirnfalten aufspritzen lassen… man sei danach sofort gesellschaftsfähig“, so ironisiert die Süddeutsche Zeitung vom 8. Jan. 2019. Aber auch die „Seelenhaut“ wird einer Straffung unterzogen, um das eigene Ansehen gesellschaftsfähig aufzufrischen. So sinniert die SZ weiter in einem anderen Abschnitt: „Wer heutzutage ein besserer Mensch werden will, der findet im Internet unzählige Webseiten von Coaching-Anbietern…“ 

Vom „Burnout-Coaching“ bis hin zum „Transzendentalcoaching“ liefert die Psychoszene so ziemlich alle mentalen Konzepte, die der heutige „gecoachte Geist“ für seine Erfolgspläne und –quoten benötigt. Das neuzeitliche aufgeblähte Leben mit seiner nervös gewordenen Peripherie verlangt nun einmal, der momenthaften Pseudo-Stille und dem autosuggestiven Erlebnismodus ergeben zu sein. Kein Wunder also, dass Yoga zu einem Trendsport (Ispo München) und Meditation zu einem trägen Schlummersetting abgemagert und verkommen ist. Vorübergehend mögen solche konditionierenden Praktiken eine profane Zufriedenheit gebären; von einer erfüllenden Geburt des eigenen Wesens in der Innenwelt des Übenden aber sind diese seelischen Botoxbemühungen unendlich entfernt. Wie kann auch eine Fünf-Minuten-Meditation für Manager die Seelentiefe erschließen? Geradezu blasphemisch mutet der Anspruch einiger spiritueller Psychopathen an, das Transzendente in die Behausungen von Zeit und Raum einpferchen zu wollen. Dabei wandeln die  psychotechnischen Übungsfelder gar die Meditation in Trainingslager mit eitler Selbsterleuchtung um. (Peter Sloterdijk)

Was also hilft dem suchenden Zeitgenossen wirklich, nicht mehr von der  seelischen „Botox-Nadel“ des augenblicklich und kurzatmig Geübten abhängig zu sein und seine innere Autonomie zu entwickeln? Die Antwort meint etwas Fundamentales: es ist die unerbittliche und untrügliche Selbstwahrnehmung und Selbstprüfung des eigenen Erscheinungsbildes, die unmanipulierte Einsicht in sich selbst! Aus dem Lebensstrom des alltäglich Gelegentlichen auszusteigen und einen neuen Seinsmodus anzustreben, gelingt letztlich nur mit der Bereitschaft, beharrlich eine Kontinuität zu pflegen, in der sich die persönlichen Seelenräume öffnen können. Wer sich seelische Rückzugsräume einrichtet und in ihnen wohnt, strahlt Souveränität und Gelassenheit aus. Diese psychischen Biotope lassen dauerhaft die Sympathiewerte des Einzelnen und seine ungetrübte Aura aufstrahlen.                                              

Die geistige Arbeit von Kirchner-Seminare orientiert sich an einem ganzheitlichen Persönlichkeitsbild. Sie ist auf eine kontinuierliche Begleitung des Einzelnen ausgerichtet. Damit werden die Anliegen der Teilnehmenden in der Tiefe betrachtet, so dass eine allmähliche Entfaltung der Persönlichkeit stattfinden kann. In den persönlichen Einzelgesprächen werden die Anliegen des Einzelnen analysiert und Empfehlungen für die weitere Reflexion über die eigene Persönlichkeit ausgesprochen.

Sternstunde der Rhetorik

In der an rhetorischen Höhepunkten momentan kargen Redekultur hierzulande ist uns der Parteitag der CDU vor zwei Monaten eine besondere Erwähnung wert. Wir werten es durchaus als eine Sternstunde der Rhetorik, als sich die drei KandidatInnen den 1.000 Delegierten stellten und um ihr Vertrauen warben. Da das Ergebnis relativ offen war, hing doch einiges von der Stimmung und dem Enthusiasmus ab, den Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn durch ihre Reden entfachen konnten. Dass die Wahl schließlich auf AKK fiel, mag auch an ihrer klugen Vorarbeit auf den Regionalkonferenzen gelegen haben. Doch betrachtet man die Texte und Vorträge als solche, haben Kramp-Karrenbauer und Spahn klar die eindrucksvolleren Reden gehalten. Auch dass Angela Merkel viel mehr (bissigen) Humor besitzt - insbesondere wenn sie spontan von ihrem Manuskript abweicht - als man öffentlich gemeinhin wahrnimmt, wurde in Hamburg deutlich (etwa ab Minute 18.30)

Zum Vertiefen empfehlen wir Ihnen, sich in einer ruhigen Minute nochmals die ersten 60 Sekunden aller vier Reden anzuschauen.

„Präsentieren Sie noch oder haben Sie schon etwas zu sagen?“

Angelehnt an das Motto eines schwedischen Möbelhauses könnte auch der zentrale Gedanke unseres neuen Seminars „Pimp your Pitch!“ lauten. Wir erleben noch zu viele Präsentationen in unseren Seminaren, in denen die Sprechenden in Konkurrenz zu den eingesetzten Medien stehen und die Kernbotschaft unklar und zu abstrakt formuliert ist. So können Sie sich beispielsweise das Vorlesen einer Agenda sparen - und stattdessen Beispiele nennen, um den Nutzen für die Zuhörer aufzuzeigen. In „Pimp your Pitch!“ erfahren Sie, wie Sie clever, wirksam und gewinnend präsentieren.

Prozessbegleitung

Immer häufiger begleiten wir in den letzten Jahren Einzelpersonen, Teams und Unternehmen nicht nur in mehrtägigen Seminaren und Workshops, sondern auch über einige Monate oder gar mehrere Jahre hinweg. Beispielsweise unterstützen wir aus einer externen Sichtweise bei der Veränderung einer Führungskultur ebenso wie beispielsweise beim Aufbau einer internen Beratungsabteilung. Solche Entwicklungen geschehen nicht durch ein- oder zweitägige Veranstaltungen und auch nicht, in dem nur wenige Personen involviert sind. Wir beziehen mehrere (wenn möglich alle) Ebenen mit ein und bieten sinnvolle gezielte Massnahmen statt nach dem Gießkannen-Prinzip. Wir unterstützen auch Sie in ihrer Entwicklung - sprechen Sie uns an!

Zitat aus unseren Seminarinhalten

„Die innere Stärke vermag äußerem Anstürmen souverän zu widerstehen.“ (Nach Viktor Frankl)

Archiv-Rundbriefe: 2020  ǀ  2019  ǀ  2018  ǀ  2017  ǀ  2016  ǀ  2015  ǀ  2014  ǀ  2013  ǀ  2012  ǀ  2011  ǀ  2010  ǀ  2009

Nach oben